Do
15
Sep
2011
ÖGB fordert auch Bildung für UnternehmerInnen
Der ÖGB Lienz startet seine Gewerkschaftsschule am 17.09.2011 mit 20 TeilnehmerInnen. Die ArbeitnehmerInnen werden in der zweijährigen Ausbildung, in ihre Kenntnisse auf arbeitsrechtlichem, sozialem und wirtschaftlichem Gebiet erweitern und vertiefen, und so ihre Funktion als BetriebsrätInnen und Personalvertreter bestens wahrnehmen können. „Das erwarten wir uns eigentlich auch von der Unternehmerseite, der WKO. In Punkto Konfliktmanagement und sozialem Umgang mit dem Personal orten wir häufig Ungereimtheiten. Die so oft geforderte Flexibilität ist meist eine Einbahnstraße. Eine ähnliche Ausbildung würde dem entgegensteuern“, so der Lienzer ÖGB-Vorsitzende Willi Lackner, der beeindruckt vom Fortbildungswillen der Teilnehmer ist.
„Nicht selten werden ArbeitnehmerInnen gehindert ihr in der Arbeitsverfassung geregeltes Recht auf die Gründung eines Betriebsrates wahr zu nehmen. UnternehmerInnen reagieren bei
Interessenskonflikten oft wie trotzige kleine Kinder, den BetriebsrätInnen wird das Gespräch verweigert. Es kommt sogar vor, dass man versucht, den BetriebsrätInnen zu verbieten, sich von ihrer
Interessensvertretung beraten zu lassen. Gerade in Osttirol läuft aus arbeitsrechtlicher Sicht einiges schief. Arbeitszeit – Entlohnung – Überstunden. In allen Bereichen lassen Osttiroler
ArbeitnehmerInnen Ungerechtigkeiten über sich ergehen, nur um nicht den Arbeitsplatz zu verlieren. In Betrieben mit geschulten Betriebsräten sieht die Situation der MitarbeiterInnen ganz anders
aus. Daher bin ich froh, dass wir wieder einen Gewerkschaftsschullehrgang in Lienz durchführen können. Ich würde mir allerdings wünschen, dass alle BetriebsrätInnen ihre 3-wöchige
Bildungsfreistellung, die sie pro Betriebsratsperiode haben, auch nützen würden.“, sagt der ÖGB-Regionalsekretär Harald Kuenz.
Solide Basis aus Wissen und Erfahrung
Aktive GewerkschafterInnen brauchen für ihre tägliche Arbeit eine solide Basis aus Wissen und Erfahrung. Die Gewerkschaftsschule ist dafür die richtige Adresse. Der VÖGB (Verband Österreichischer
Gewerkschaftlicher Bildung) bietet BetriebsrätInnen, PersonalvertreterInnen, jenen die es werden wollen und Gewerkschaftsmitgliedern ein persönliches Weiterbildungsprogramm an, das Fach- und
Allgemeinwissen, Selbstbewusstsein und Sicherheit für schwierige Situationen vermittelt.
Soziale und gewerkschaftliche Handlungskompetenz
Neben der Ausbildung im Arbeits- und Sozialrecht, ökonomischen Grundlagen und praktischen Betriebsratsarbeit wird besonderes Augenmerk auf die Stärkung der eigenen Fähigkeiten und der
Handlungskompetenz gelegt. Die TeilnehmerInnen erleben moderne Unterrichtsmethoden, erwerben nützliche Kontakte zu ExpertInnen und schaffen sich ihr eigenes Netzwerk nach dem Motto „Miteinander
voneinander lernen“.
305 Lerneinheiten
Jede/r der AbsolventInnen verfügt nach Abschluss der 305 Lerneinheiten über das notwendige Rüstzeug, das ArbeitnehmervertreterInnen brauchen, um professionell arbeiten zu können. Jede/r der
AbsolventInnen verfügt nach Abschluss der 305 Lerneinheiten über das notwendige Rüstzeug, das ArbeitnehmervertreterInnen brauchen, um professionell arbeiten zu können. Dazu gehören auch
Strategien, mit dem Spannungsfeld „Betriebsleitung und MitarbeiterInnen” konstruktiv umzugehen, der Problemerkennung und -lösung im eigenen Betrieb in Zusammenarbeit mit dem ÖGB.
Lerninhalte der zweijährigen Gewerkschaftsschule
» Strategien, mit dem Spannungsfeld "Betriebsleitung und MitarbeiterInnen” konstruktiv umzugehen
» Problemerkennung und -lösung im eigenen Betrieb in Zusammenarbeit mit dem ÖGB, den Gewerkschaften und der AK
» Gute betriebswirtschaftliche, arbeits- und sozialrechtliche Grundkenntnisse
» Das Wissen über Mitbestimmungsmöglichkeiten im eigenen Betrieb wie auch in Politik und Gesellschaft insgesamt
» Selbstständig Wissen erarbeiten durch Wahlmodule und Projektarbeit


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