Gleich wie Zoller-Frischauf und Palfrader sieht auch die Gewerkschaft vida Handlungsbedarf im Tourismus, fordert aber bei den Arbeitsbedingungen der Beschäftigten den Hebel anzusetzen. „Leider herrschen in der Branche unfairen Arbeitsbedingungen, insbesondere die ungünstigen und familienfeindlichen Arbeitszeiten, die niedrige Entlohnung, die auch bei höheren Qualifikationen kaum Zuwächse verspricht und das fehlende Angebote für betriebliche Weiterbildung. Wo Palfrader die guten Verdienstmöglichkeiten sieht ist uns völlig schleierhaft“, meint der Tiroler Vorsitzende der Gewerkschaft vida, Günter Mayr.
Die Gründe für das mangelnde Interesse liegen für Mayr auf der Hand: „Die Arbeitsbedingungen im Tourismus sind nach wie vor schlecht. Es darf Wirtschaftstreibende also nicht verwundern, dass im Tourismus mit rund einem Drittel doppelt so viele Beschäftigte wie in den anderen Branchen ihre berufliche Zukunft in einem anderen Betrieb oder überhaupt gleich in einem anderen Beruf sehen. Da hilft auch die Aktion „Juniorchefs gesucht" wenig“, erklärt Mayr. Tirols Tourismusbeschäftigte verdienen rund ein Viertel weniger als Durchschnittseinkommen der anderen Wirtschaftssektoren. Die Bindung zum Unternehmen ist dementsprechend gering, was dazu führt, dass der Tourismus zunehmend als Übergangs- bzw. Fluchtbranche gesehen wird.“


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