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01

Jul

2011

Günstiger Lienzer Wohnbau geht am „Mittelstand“ vorbei

„Wer kann sich schon ein Haus um 300.000 Euro leisten?“, stellt sich Stefan Mair, FSG-Vorsitzender der Region Lienz, anlässlich der ÖVP-Forderung zu günstigeren Grundstückspreisen für den privaten Hausbau die Frage. Der Vorschlag der ÖVP geht für die Fraktion Sozialdemokratischer GewerkschafterInnen Lienz zwar in die richtige Richtung, jedoch am Großteil der Arbeitnehmerschaft vorbei. „Bei einem Tiroler Durchschnitts-Nettoeinkommen von 1.219 Euro pro Monat ist für viele Lienzer an einen Hausbau nicht zu denken. Vielmehr muss man das Hauptaugenmerk auf den sozialen Wohnbau legen, damit Mietpreise sinken. Dann bleiben Menschen auch in Lienz“, ist sich Mair sicher.

Laut Mair helfen dem „Mittelstand“ nur zwei Dinge wirklich weiter: „Zum Ersten würde die Forcierung des sozialen Wohnbaus Menschen ein leistbares Wohnen garantieren. Zum Anderen ist der private Hausbau nur dann finanzierbar, wenn es eine steuerliche Regelung für die/den jeweiligen ErrichterIn gibt. In Italien wird der Kauf eines Erstwohnsitzes steuerlich begünstigt. Hier sind nur drei Prozent des Kaufpreises an Steuern zu entrichten. Das dämmt die Schwarzarbeit im Bausektor ein und sichert Arbeitsplätze“, berichtet der FSG-Vorsitzende Mair.       

Auch sein Stellvertreter und Personalvertreter des Wohn- und Pflegeheimes, Martin Strasser, sieht die Probleme ähnlich: „Selbst wenn man den Grundstückspreis wegrechnet, muss teilweise über 1.000 € monatlich nur für das Wohnen aufgebracht werden. Ein Arbeitsplatzverlust oder die Trennung von der/vom PartnerIn führen so nicht selten zum finanziellen Kollaps und zum Verlust des Eigenheimes. Dies sorgt dafür, dass die Gründung einer Familie und deren Finanzierung erheblich erschwert wird, ein Umstand der uns allen zu denken geben muss“, meint Strasser.    

Die FSG steht dafür ein, auch der breiten Masse ein leistbares Wohnen zu ermöglichen. „Bisher treffen Maßnahmen leider nur auf die einkommenstechnische Elite zu. Man muss die Wohnkostensituation mit mehr Weitsicht betrachten und nicht nur auf das Klientel der Reichen abzielen“, meinen Mair und Strasser abschließend.

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