In diversen Schaltungen und WKO-eigenen Medien kritisiert Bodenseer Kampagnen der AK und des ÖGB, die sich mit Missstände in der Arbeitswelt und dem sozialen Gefüge auseinandersetzen. „Dabei versucht die WKO, bewusst oder unbewusst, gerne einige Tatsachen zu verwechseln. Am Beispiel unserer Kritik an unbezahlten Probetagen, der Forderung nach einer zusätzlichen Urlaubswoche oder der aktuellen AK-Kampagne für soziale Gerechtigkeit werden Themen seitens der WKO immer wieder falsch interpretiert“, erklärt der gf. Tiroler ÖGB Vorsitzende und AK-Vorstandsmitglied, Otto Leist.
„Der Versuch, ArbeitnehmervertreterInnen mundtot zu machen wird ebenso wenig gelingen, wie TirolerInnen zu verunsichern und gegeneinander aufzuhetzen“, erklärt Leist. Am Beispiel der ÖGB-Kritik
an unbezahlten Probetagen lässt sich laut Leist das Verwirrspiel am besten beobachten. „In einem Interview versucht uns Bodenseer plötzlich die Forderung nach Abschaffung des Probemonats in den
Mund zu legen. Eine sehr unseriöse Handhabe einer arbeitsrechtlich sehr prekären Praxis. Menschen für einen oder mehrere Tage unentgeltlich und ohne soziale Absicherung zu testen, bevor diese
dann ein Probemonat in einem Betrieb absolvieren, muss auch von einer Arbeitgebervertreterorganisation abgelehnt werden. Wir brauchen keine doppelte Castingform. Von einer Abschaffung des
Probemonats war nie die Rede. Wir müssen allerdings um die Verkürzung der Probezeit für Lehrlinge im Tourismus, die drei Monate dauert, reden“, stellt Leist klar.
In Zukunft erwartet sich Leist einen sozialpartnerschaftlich konstruktiven Konsens und den Stopp an Falschinterpretation seitens der Tiroler Wirtschaftskammer. Der Kampagne der AK, die
letztendlich auf Ungerechtigkeiten am Arbeitsmarkt aufmerksam macht und TirolerInnen Selbstvertrauen schenkt, kann Leist hingegen viel abgewinnen. „Wir unterstützten und kommunizieren die
Kampagne unter unseren Betriebsräten“, so der gf. Tiroler ÖGB Vorsitzende abschließend.


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