Di
07
Jun
2011
ÖGB zu Tiroler Arbeitsmarktzahlen: Focus auf Vollzeit- und Ganzjahresbeschäftigung richten
Der ÖGB Tirol ist wenig erfreut über den Anstieg der Tiroler Arbeitslosigkeit von 2,1 Prozent. Der Tiroler ÖGB-Arbeitsmarktsprecher und AMS-Direktoriumsmitglied, Roland Müller, warnt zudem vor den Anstieg von prekären Beschäftigungsformen, wie geringfügige-, atypische Anstellungsformen und Leiharbeit: „Dazu kommt die hohe Saisonarbeitslosigkeit im Tourismus, die sich negativ auf die Tiroler Arbeitsmarktstatistik auswirkt.“ ++++
Kontinuierliches Wirtschaftswachstum geht nur Vollzeitbeschäftigung
Die Gewerkschaft appelliert an Tirols Wirtschaft das Aufkommen von atypischen Beschäftigungsformen und Leiharbeit einzudämmen. „Wir brauchen auch im Sinne der Wirtschaft zahlungskräftige
TirolerInnen. Das geht nur über fixe Vollzeitanstellungen und gerechte Löhne. Dieser Umstand würde das zuletzt auf Platz Sieben im Bundesländervergleich abgerutschte tiroler Wirtschaftswachstum
wieder ankurbeln. Wer mehr verdient, investiert mehr in die heimische Wirtschaft“, ist sich Müller sicher.
Tiroler Tourismus gefordert
Für die Gewerkschaft ist ein ausgewogenes Konzept für den Ganzjahrestourismus angesichts der stark angestiegenen Mai-Arbeitslosigkeit von 8,8 Prozent unumgänglich. „Auch die Politik ist bei
Gestaltung und Schaffung geeigneter Rahmenbedingungen gefordert“, so der Tiroler ÖGB-Arbeitsmarktsprecher Müller.
Tiroler Frauen leiden unter ansteigender Arbeitslosigkeit
Während in Tirol bei den Männern ein Rückgang der Arbeitslosigkeit um 2,3 Prozent zu registrieren ist, nahm die Zahl der arbeitslosen Frauen, die sich nicht in einer Qualifizierungsmaßnahme
befinden, um sechs Prozent zu. "Am Bau und in der Industrie ist die Arbeitslosigkeit rückläufig, aber im Tourismus und im Gesundheits- und Sozialbereich steigt sie. Das trifft die Frauen
besonders", sagt Müller.
Betriebe dürfen Alterung der Gesellschaft nicht länger ignorieren
Damit sich die Arbeitsmarktlage für ältere ArbeitnehmerInnen (Zunahme der Arbeitslosigkeit um 5,6 Prozent) verbessert, sei eine Verstärkung der betrieblichen Gesundheitsförderung nötig, ebenso
eine alternsgerechte Gestaltung der Arbeitsplätze. Die Betriebe müssten sich auf mehr ArbeitnehmerInnen über 50 einstellen und die Abläufe entsprechend anpassen.


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