Di

31

Mai

2011

Nachlassende Qualität junger TirolerInnen ist eine Ausrede der Wirtschaft

Gewerkschaft vermisst Berufs- und Bildungsorientierung im schulischen Bereich.

Die Tiroler Wirtschaft beschwert sich immer häufiger, dass keine adäquaten Fachkräfte mehr nachrücken. „Scheinbar haben sie Probleme, SchulabgängerInnen heran- und auszubilden. WirtschafterInnen reden ständig von nachlassender fachlicher Fähigkeit und mangelnder Motivation. Das gilt oft als Ausrede, um die Unwilligkeit der Betriebe zur Bereitstellung genügender Lehrplätze begründen zu können. Zudem benötigen wir dringend eine Berufs- und Bildungsorientierung ab der ersten Bildungsstufe“, erklärt Tirols PRO-GE Jugendsekretär Christopher Hatzl.

Dass Tiroler Unternehmen zu wenige Lehrstellen bereitstellen, beweist ein tourismusbereinigter Blick auf den Tiroler Lehrstellenmarkt. „Auf den ersten Blick erscheint die Situation am Lehrstellenmarkt in Ordnung zu sein. Rechnet man den für Jugendliche wenig attraktiven Tourismus weg, dann stehen 278 Suchende 211 offenen Lehrstellen gegenüber. Die Bereitschaft seitens Tiroler UnternehmerInnen attraktive Lehrstellen zur Verfügung zu stellen muss deutlich steigen“, kritisiert Hatzl.

Die Gewerkschaftsjugend weist schon seit längerer Zeit auf die großen Defizite bei der Berufs- und Bildungsorientierung hin. „Wir fordern, dass TirolerInnen bereits im frühestmöglichen Alter auf spielerische Art und Weise Einblick in die Berufswelt erhalten. Um Menschen vom Lehrberuf zu überzeugen, muss ihnen die breite Palette herangetragen werden. Man muss Jugendlichen Perspektiven anbieten, um frühzeitig erkennen zu können in welchem Bereich Jugendliche Stärken und Interessensschwerpunkte haben“, sagt Hatzl abschließend.

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