Kollektivvertraglichen Mindestgehälter/-löhne steigen um 3,3 und der IST-Gehälter/Löhne um 2,9 Prozent
Die 440 Beschäftigten der Papierfabrik Wattens dürfen sich ab 1. Mai 2011 über eine Steigerung der kollektivvertraglichen Mindestgehälter/-löhne um 3,3 und der IST-Gehälter/Löhne um 2,9 Prozent
freuen. Das ergab die gestern zu Ende gegangene 3. Kollektivvertragsverhandlungsrunde in der Papierindustrie. „Wieder einmal hat die Solidarität von BetriebsrätInnen und ArbeitnehmerInnen Früchte
getragen. Diese haben im Vorfeld mit BR-Versammlungen und einer BR-Konferenz massiv Druck aufgebaut und letztendlich die ArbeitgeberInnenseite zu einem vernünftigen Abschluss bewegt“, erklärt der
Landesgeschäftsführer der PRO-GE (Produktionsgewerkschaft) Tirol Robert Koschin. ++++
„Zu Beginn der dritten und entscheidenden Verhandlungsrunde war die angespannte Situation deutlich spürbar. Kurz zuvor haben wir unseren Unmut über das damals sehr magere Angebot in Form einer
Resolution zum Ausdruck gebracht. Diese hat letztendlich Wirkung gezeigt und zu einem fairen Abschluss geführt“, informiert Bernhard Ralser, Betriebsratsvorsitzender der Papierfabrik Wattens und
Mitglied des Verhandlungsteams, im Anschluss an die KV-Verhandlung. Der Großteil Papierindustrieunternehmen sind inzwischen zu Global-Playern mutiert. „Konzernmütter sind im Ausland angesiedelt
und versuchen nicht selten über unsere Interessen drüber zu fahren“, klagt Ralser.
Seit geraumer Zeit stellen Unternehmen in der Papierindustrie neue MitarbeiterInnen strikt nach KV-Mindestlohn ein, ohne dabei Überzahlungen zu gewährleisten. „Daher ist die Erhöhung der
kollektivvertraglichen Mindestgehälter/-löhne um 0,4 Prozent über der Erhöhung der IST-Gehälter/Löhne als Gegenmittel zur drohenden Einkommensspirale nach unten positiv zu bewerten. Dem hinzu
kommen alle MitarbeiterInnen in den Genus mindestens 56 Euro monatlich mehr am Lohnzettel zu haben. Davon profitieren besonders BezieherInnen untere Einkommen“, erklären Koschin und Ralser
abschließend.
Details zum KV-Abschluss:
- Erhöhung der kollektivvertraglichen Mindestgehälter/-löhne: + 3,3 %
- Erhöhung der IST-Gehälter/Löhne: + 2,9 %, davon erfolgt eine
- Dotierung zur Pensionskassa in der Höhe von 0,2 %.
- IST-Gehälter/Löhne erhöhen sich jedoch mindestens um € 56,-
- Erhöhung der kollektivvertraglichen Zulagen und Aufwandsentschädigungen, sowie der Lehrlingsentschädigungen: + 3,1 %
- Lehrlabschlussprüfung: bei gutem Erfolg 200 Euro, bei ausgezeichneten Erfolg 250 Euro
- Anhebung des KM-Geldes auf 0,42 Cent
- Rahmenrechtliche Verbesserungen u. a. bei den Themen Gleichbehandlung, Anrechnung von Karenzzeiten und Prämie für Lehrlinge bei
Lehrabschlussprüfung.
Geltungsbereich: 1. Mai 2011
Geltungsdauer: 12 Monate


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