Mo

04

Apr

2011

Gewerkschaft Bau Holz Tirol startet „Auch harte Männer haben eine empfindliche Haut!“

14.000 Tiroler Bauarbeiter müssen auch in der Sonne hart arbeiten, ob sie wollen oder nicht. ExpertInnen empfehlen die Flucht in den Schatten, was letztendlich kaum möglich ist. „Die enorme Ozonbelastung im Freien beginnt aber bereits im April. Arbeiten unter freiem Himmel und hoher Sonneneinstrahlung stellen ein hohes Hautkrebsrisiko dar. Um dieses Risiko zu minimieren starten wir präventiv ein UV-Schutz-Kampagne ‚Auch harte Männer haben eine empfindliche Haut!’ um das Risiko zu lindern und fordern auch ArbeitgeberInnen auf mehr für die Gesundheit ihrer Belegschaft zu tun“, so der Tiroler Landessekretär der Gewerkschaft Bau Holz, Christian Hauser.

Gerade bei Sonnenschein fallen die meisten Überstunden an, da bei schlechtem Wetter oft nicht gearbeitet werden kann. Dazu kommen Lärm, Staub, Stress und viele andere Arbeitsbelastungen. „Auch Bauarbeiter werden heute Gott sei Dank älter als 60. Im Alter liefert uns die Haut die Rechnung für zu viel Sonnenstunden. Krebs bekommen nur einige, Schäden fast alle.", bekräftigt Dr. Heinz Fuchsig, Arbeitsmediziner der AUVA Tirol. Die Folgen des Arbeitens in der prallen Sonne sind nicht nur schwere Sonnenbrände, sondern auch bösartige Erkrankungen bis hin zum Hautkrebs (die stark im Steigen begriffen sind). Außerdem führt die Hitze zu Kreislaufbelastungen und Schädigung der Augen durch UV-Strahlen.

Bei Bauarbeiten passieren in Tirol die meisten Arbeitsunfälle. Von den 5.946 Arbeitsunfällen treffen 1.615 auf BauarbeiterInnen. ArbeitgeberInnen sind deshalb für Hauser besonders gefordert, Präventivmaßnahmen zu ergreifen, besonders bei hoher UV-Belastung. Seit Juli 2010 ist die Verordnung optische Strahlung kurz „VOPST“ in Kraft. Die VOPST setzt Grenzwerte für künstliche und natürliche Strahlungsbelastung.

„Gerade BauarbeiterInnen und alle anderen im Freien tätigen ArbeitnehmerInnen brauchen einen Schutz vor dem gefährlichen, nicht sichtbaren Lichtspektrum im UV- (Ultraviolett) und Infrarot- (IR) Bereich. Diese Belastung kann ähnlich wie bei Lärm entweder akut zu Schädigungen führen, oder diese langfristig und schleichend hervorrufen. Leider setzen Tirol UnternehmerInnen geltende Gesetze nur sehr partiell um. Unsere Kampagne soll ArbeitgeberInnen wachrütteln und an ihre Pflichten erinnern“, so Hauser, der aber auch an BauarbeiterInnen plädiert die so wichtigen Schutzvorrichtungen anzunehmen.

Die Infokampagne im Detail
Ab 4. April werden in gemeinsamen Verteileraktionen BauarbeiterInnen mit UV-Schutzmitteln ausgestattet und gleich- zeitig über die Anwendung bzw. die Folgen einer Nichtanwendung informiert!

1.500 Stück UV-Schutzbrillen für Tiroler Bauarbeiter
Da das Auge das wichtigste Sinnesorgan ist und ein Großteil unserer täglichen Wahrnehmung über dieses Organ passiert, ist es besonders schützenswert.

500 Liter Sonnencreme – zu viel Sonne macht krank!
Sonnenbräune ist kein Zeichen von Fitness und Gesundheit. Zu viel Sonne macht krank. Es ist ein Mythos, dass die Haut einen Eigenschutz entwickelt. Deshalb ist es für Bauarbeiter besonders wichtig, sich vor der Sonne zu schützen.
Neben den UV-Schutzbrillen werden bei der UV-Schutz-Aktion 2011 auch insgesamt 500 Liter-Flaschen einer qualitativ hochwertigen Sonnencreme verteilt. Zusätzlich gibt es Informationen über Hautschutz (Sonnenbrand) und die Risiken bzw. Vorbeugungsmaßnahmen gegen Hautkrebs.

150 UV-Schutz-T-Shirts für Lehrlinge
Gerade in jungen Jahren ist Hautschutz besonders wichtig, da sich die Haut Verbrennungen und Schädigungen merkt, und in späteren Jahren Geschwüre und im schlimmsten Fall Melanome und Hautkrebs, die Folge von zu viel Sonne, sein können. Aus diesem Grund werden im Aktionszeitraum auch 150 Stück UV- Schutz-T-Shirts in Berufsschulen und Lehrbauhöfen an Lehrlingen verteilt.

Infomaterial zur Kampagne steht ab sofort als gratis Download unter www.bau-holz.at zur Verfügung.

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