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24

Mär

2011

Reaktion von Otto Leist zum TT-Artikel „Rabe – Eignungstest“ vom 24. März 2011

„Bodenseers Zerrupfter Adler braucht Brille“
Über das letzte Krächzen von WK-Bodenseers Raben war ich schon äußerst überrascht. Im Gegensatz zur Arbeiterkammer und der Gewerkschaft scheint den beiden wohl entgangen zu sein, dass die Armut in Österreich und auch in Tirol trotz für Unternehmer überwundener Krise stark angestiegen ist. Sogar Menschen, die in Beschäftigung stehen werden immer häufiger zu „working poors“, also zu Abreitnehmer, die trotz Einkommen kein Auskommen finden. Und genau die Wirtschaftsseite ist es, die Menschen durch atypische Beschäftigungsformen und der flexiblen Arbeitzeiten auch an Sonntagen immer mehr zu diesen macht. Die Wirtschaft sollte nicht vergessen, dass der arbeitende Teil der Bevölkerung unser Steuersystem trägt, sei es durch die viel zu hohe steuerliche Belastung von Arbeit oder durch den Konsum. Selbst Wirtschaftskämmerer und Superreiche im feinen Zwirn, die steuerabgabenmäßig viel, viel zu wenig beitragen, würden bei weiterem Anstieg von Armut und dem damit verbundenen Ausbleiben des Konsums letztendlich wieder krähen, weil die Wirtschaft ins Stocken käme. Dass die Wirtschaftskammer selbst nichts zu meckern hat ist wenig verwunderlich. Kam es doch seit 1993 zu zahlreiche Entlastungen für Unternehmen und Vermögende durch Abschaffung der Gewerbesteuer (minus 1,5 Mrd. € an Steuerabgaben), der Vermögensteuer (-1,2 Mrd. €), der Erbschaftsteueräquivalent (-0,25 Mrd. €), der Einführung der Gruppenbesteuerung (-0,15 Mrd. €) und der Privatstiftung (- 0,75 Mrd. €) - macht Summa Summarum eine jährliche Steuerminderung von vier Milliarden Euro für Reiche und Unternehmen. Freilich würde sich Rabe und Bodenseer nichts sehnlichster wünschen als diese Steuerlast den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aufzubrummen. Genau aus diesem Grund solidarisieren sich AK, ÖGB und die Kirche. Sich nur hinter weit hergeholten und national völlig irrelevanten Zahlen zu verstecken zeigt einmal mehr den fehlenden Weitblick des Raben und seines Vaters auf. Die Arbeitnehmerseite mit Arbeiterkammer und Gewerkschaft werden auch künftig für Gerechtigkeit und Fairness zugunsten der Arbeitnehmer einstehen. So behält auch der Rabe seinen Job und darf weiter krächzen.

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