Mi

23

Mär

2011

Buchpräsentation „Betriebsratsrealitäten” in Innsbruck

v.l.n.r.: Mario Becksteiner, Elisabeth Steinklammer (beide Autoren des Buches „Betriebsratsrealitäten“), Otto Leist (ÖGB Vorsitzender Tirol und Betriebsrat Metro) und Wolfgang G. Weber (Universität Innsbruck) v.l.n.r.: Mario Becksteiner, Elisabeth Steinklammer (beide Autoren des Buches „Betriebsratsrealitäten“), Otto Leist (ÖGB Vorsitzender Tirol und Betriebsrat Metro) und Wolfgang G. Weber (Universität Innsbruck)

Am Montagabend fand im ÖGB Haus Innsbruck die Buchpräsentation „Betriebsratsrealitäten” statt. Anschließend wurden die 30 BesucherInnen Zeugen einer höchstaktuellen Diskussion rund um die Veränderungen der Kräfteverhältnisse auf gesellschaftlicher und betrieblicher Ebene mit denen BetriebsrätInnen konfrontiert sind. Neben den beiden Autoren Elisabeth Steinklammer und Mario Beckstein, gaben auch Wolfgang G. Weber (Universität Innsbruck) und Otto Leist (gf. Tiroler ÖGB Vorsitzender und Metro-Betriebsratsvorsitzender) fachkundigen Einblick in die Arbeit der Betriebsräte in der fortschreitenden Globalisierung.

Die letzten Jahrzehnte waren geprägt von tief greifenden gesellschaftlichen Veränderungen. Globalisierung, Neoliberalismus und Turbo-Kapitalismus sind nur einige Stichworte die man immer wieder zu hören bekommt. Diese Veränderungen gehen auch an der österreichischen Gewerkschaftsbewegung nicht spurlos vorbei. Es existiert ein weit verbreitetes Gefühl, dass BetriebsrätInnen und Gewerkschaften in die Defensive gekommen sind. Für manche steht gar die Tradition der Sozialpartnerschaft zur Disposition.

Erstmals stehen in diesem Buch die BetriebsrätInnen und die Probleme und Herausforderungen denen sie sich täglich im Betrieb stellen, im Zentrum einer qualitativen Untersuchung. Ausgehend von den unterschiedlichen Machtpotentialen von Gewerkschaften und BetriebsrätInnen wird, basierend auf problemzentrierten Interviews mit BetriebsrätInnen im Lebensmitteleinzelhandel und GewerkschaftssekretärInnen der GPA-djp, eine Verortung von Gewerkschaft und BetriebsrätInnen in den veränderten gesellschaftlichen Verhältnissen vorgenommen. Die beiden zentralen kulturellen Praxen der Sozialpartnerschaft, Vertrauensbeziehung und Verrechtlichung, auf betrieblicher Ebene werden dabei einer kritischen Untersuchung unterzogen und Potentiale zur Steigerung der betriebsrätlichen und gewerkschaftlichen Durchsetzungsfähigkeit offengelegt.

Leist weißt abschließend noch auf die österreichweite Befragung der Angestellten im Handel anlässlich der letzten KV-Verhandlung im vergangenen Herbst hin: „Handelsangestellte haben den Willen zur Partizipation. Von 70.000 versendeten Fragebögen wurden 30.000 retourniert. Jene haben letztendlich die Lohnverhandlungen maßgeblich beeinflusst und dies zu Gunsten der ArbeitnehmerInnen. In Zukunft müssen wir auf dieses Werkzeug setzen um die Sozialpartnerschaft zu erhalten und weiter zu entwickeln.“

Das äußerst interessante und höchstaktuelle Werk kann man beim ÖGB Verlag bestellen:
Verlag des Österr. Gewerkschaftsbundes
Johann Böhm Platz 1
1020 Wien
Telefon: 01 / 662 32 96 / 0
Mail: office@oegbverlag.at
Internet: http://www.oegbverlag.at

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