Do

10

Mär

2011

Tiroler PRO-GE-Frauen starten Kampagne für Chancengleichheit mit Verteilaktion in sechs Tiroler Betrieben

„Dass Tiroler Frauen in der Arbeitswelt noch immer nicht die gleichen Chancen vorfinden, nur weil sie Frauen sind, ist kein Scherz“, kritisiert Silvia Nagele, Landesfrauenvorsitzende der Tiroler Produktionsgewerkschaft anlässlich des heutigen 100. Internationalen Frauentages. Einstufung, Aus- und Weiterbildung sowie geringe bis fehlende Aufstiegsmöglichkeiten sind Faktoren, die nicht sofort offensichtlich sind, für Tiroler Frauen aber negative Auswirkungen auf ihr gesamtes Berufsleben haben. Das ergaben Gespräche mit mehr als 350 betroffenen Frauen aus sechs Tiroler Unternehmen im Zuge der Verteilaktionen der Tiroler PRO-GE Frauen.

Benachteiligung gesetzlich verboten – Realität sieht aber anders aus
Zwar sind Benachteiligungen gesetzlich verboten, jedoch schaut die Realität leider etwas anders aus. Bei Einstufungen werden zwischen den Geschlechtern noch immer unterschiedliche Maßstäbe angesetzt. Männerdominierte Ausbildungen führen meist zu einer höheren Einstufung zu Berufsbeginn, während Frauen hier meist das Nachsehen haben, da ihre Ausbildung nicht den gleichen Wert hat. Nicht anders ist die schlechte Einkommenssituation der Tiroler Frauen besonders im produzierenden Gewerbe einzustufen. Tirol liegt bei den Fraueneinkommen im Bundesländervergleich nach wie vor an vorletzter Stelle, Frauen aus Landeck leiden Österreichweit gar unter der schlechtesten Bezahlung.

Nachteile bei Aus- und Weiterbildung
Auch bei der Aus- und Weiterbildung haben Frauen sehr oft das Nachsehen, da aufgrund der hohen Teilzeitbeschäftigung die Inanspruchnahme von Maßnahmen nicht möglich ist. „Das ist eine echte Diskriminierung nach dem Gleichbehandlungsgesetz und bedarf einer Aufklärung der Unternehmen“, bekräftigt Nagele.

Faktoren für Nicht-Berücksichtigung
Viele Faktoren führen dazu, dass Frauen beim Aufstieg nicht berücksichtigt werden. „Frauen sind aufgrund möglicher Fehlzeiten durch familiäre Verpflichtungen ein Störfaktor für Unternehmen, ihre Aufstiegschancen werden daher stark gemindert“ ärgert sich Nagele. „Darum müssen wir unbedingt alle gesetzlichen Möglichkeiten ausschöpfen, die Frauen haben. Es muss aber auch ein gesellschaftliches Umdenken stattfinden“, so Silvia Nagele. „Frauen haben die gleichen Rechte, wenn es darum geht, Karriere zu machen. Die gläserne Decke darf 100 Jahre nach dem 1. Frauentag kein Hindernis mehr sein“.

Sichtbares Zeichen mit Aktionswoche setzen
Sichtbares Zeichen der Kampagne der PRO-GE-Frauen für Chancengleichheit ist ein Ansteck-Pin in Form einer Schere. Mit dem Tragen dieser “Schere” setzen die TrägerInnen ein Zeichen für mehr Chancengleichheit. Die PRO-GE-Frauen verteilen in der Aktionswoche vom 7. – 11. März 2011 Informationen und Ansteck-Pins in Tiroler Betrieben im Betreuungsbereich der Gewerkschaft PRO-GE. Ab heute findet man alle Informationen zur Kampagne auf der Webplattform www.proge-frauen.at.

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