Mo

07

Mär

2011

Tiroler ÖGB Frauen empört über rückständige Frauenpolitik Remlers und Zoller-Frischaufs

Die Tiroler ÖGB Frauenvorsitzende Ulrike Ernstbrunner ist empört über die Äußerungen von Familienstaatssekretärin Verena Remler und LRin Zoller-Frischauf, die nur dazu führen, Frauen wieder in altmodische und diskriminierende Rahmenbedingungen zurückzudrängen. „Warum sich beide so ausdrücklich gegen die verpflichtende Frauenquote stemmen ist schlicht und einfach nicht nachvollziehbar. Uns und allen Tiroler ArbeitnehmerInnen, die keine Chance auf Spitzenpositionen haben, ist bewusst, dass ohne verbindliche Regelungen Frauen weiterhin Steine in den Weg gelegt werden. Eine positive Vorbildwirkung, wo immer diese die Tiroler Landesrätin auch sieht, ist da viel zu wenig“, so Ernstbrunner.

„Die Kinderbetreuung alleine, wie Zoller-Frischauf immer wieder betont, wird Frauen nicht in Spitzenpositionen hieven. Sie war und ist auch nicht in der Lage durch ihre politischen Entscheidungen die Einkommensschere merklich zu schließen. Tirols Frauen liegen weiterhin an vorletzter Stelle im Bundesländervergleich. Frauen dürfen den dürftigen Worten der Landesrätin nicht Glauben schenken, die sich auf Kinderbetreuungseinrichtungen als Allheilmittel hinausredet. Eine verbindliche Frauenquote ist für die Gleichstellung von Frauen und Männern unerläßlich. Wenn mehr Frauen als Männer ein Studium abschließen, müsse sich das auch in den österreichischen Führungsgremien widerspiegeln. Diesen Standpunkt erwarte ich mir eigentlich schon von einer Wirtschaftslandesrätin“, sagt Ernstbrunner.

Frauen sind heute bestens ausgebildet und wollen laut Ernstbrunner auch im Beruf Verantwortung übernehmen. In den vergangenen 40 Jahren ist das Bildungsniveau von Frauen stärker gestiegen als jenes der Männer. Mittlerweile werden 56 Prozent der Studienabschlüsse von Frauen erworben. "Wären die Entwicklungen bei der Zusammensetzung von Aufsichtsräten ähnlich verlaufen, dann wäre heute fast jeder zweite Aufsichtsrat weiblich. Um mehr Betriebe zu frauenfördernden Programmen zu motivieren, muss der Bund die Vergabe von Wirtschaftsförderungen an eine nachweisliche Frauenförderung im Betrieb koppeln“, fordert Ernstbrunner. Jene Programme müsse es gleichermaßen auch für Teilzeitbeschäftigte geben, da Frauen sonst wieder ausgeschlossen werden" erklärt Ernstbrunner abschließend.

Die ÖGB-Frauen fordern:
- Mindesteinkommen von 1.300 Euro bei Vollzeitjob
- Gleiches Einkommen für gleichwertige Arbeit
- Gerechte Aufteilung von Familie und Beruf
- Mehr Frauen in Führungspositionen

Kommentar schreiben

Kommentare: 0

  • loading