Fr
18
Feb
2011
Leist empört über ahnungslose PensionsexpertInnen
Der gf. Tiroler ÖGB Vorsitzende Otto Leist ist empört über die jüngsten Aussagen bezüglich des Pensionssystems. „Dass einige selbsternannte PensionsexpertInnen, die monatliche Gagen um 20.000 Euro einstreifen, auf unserem Pensionssystem herumhacken, ohne vorherrschende Umstände zu berücksichtigen, ist eine bodenlose Frechheit. Während die Arbeitslosigkeit in Tirol im Jänner um 8,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat zurückgegangen ist, leiden über 50-jährige unter einem Anstieg von 1,7 Prozent. Solange Arbeitsplätze nicht alternsgerecht gestaltet werden und Unternehmen Qualitäten älterer ArbeitnehmerInnen nicht schätzen lernen, ist diese Diskussion hinfällig“, erklärt Leist.
„Ältere Tiroler ArbeitnehmerInnen werden zwangspensioniert, aus Unternehmen gedrängt oder in die triste Arbeitslosigkeit entsendet. Die Situation an vielen Arbeitsplätzen fördern Krankheiten und
vorzeitige Invaliditätspensionen. Darauf sollten wirtschaftsgetriebene ExpertInnen ein Auge werfen. Wie schwierig alternsgerechte Arbeitsplatzgestaltung durchzusetzen ist, kennen wir
GewerkschafterInnen bestens aus Kollektivvertragsverhandlungen. Rahmenrechtliche Änderungen zugunsten der Gesundheit am Arbeitsplatz sind ebenso schwierig zu vereinbaren, wie Lohnerhöhungen.
WirtschaftsvertreterInnen sollten sich deshalb selbst an der Nase nehmen und nicht andauernd die Erhöhung des Pensionsantrittsalters fordern, ohne ihren Teil dazu beizutragen“, so Leist.
Viele ältere ArbeitnehmerInnen verfügen über spezifische und durchaus verwertbare Qualifikationen. Häufig fehlen aber die entsprechenden Kompetenzen, die durch Umstrukturierungen im Unternehmen
oder durch technische Veränderungen notwendig werden. Bei Veränderungen der Arbeitsorganisation wird nicht darauf Rücksicht genommen, dass auch ältere ArbeitnehmerInnen die Möglichkeit haben
müssen, die notwendigen Kompetenzen zu erwerben. Im Gegensatz dazu ist aber die Bereitschaft der älteren ArbeitnehmerInnen zur Weiterbildung bzw. Umschulung sehr hoch.
Daher müssen laut Leist Anreize für ältere ArbeitnehmerInnen geschaffen werden. Durch Investitionen in den betrieblichen Gesundheitsschutz und Ausbildung muss ein möglichst langer Verbleib auf
dem Arbeitsmarkt gesichert werden. Fehlanreize für ein frühzeitiges Beenden des Erwerbslebens sind auch auf betrieblicher Ebene zu vermeiden.
„Dabei geht es auch um den Erhalt der Gesundheit und Leistungsfähigkeit in Präventivmaßnahmen und die Vermeidung von Fehlanreizen. Laufende Investitionen in das berufliche Wissen und Können, die
Förderung einer alternsgerechterer Arbeitsorganisation in den Betrieben, wird eine Gewinnsituation auch auf wirtschaftlicher Ebene garantieren“, ist sich Leist abschließend sicher.


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