Der Tiroler Arbeitsmarkt wird für viele Frauen über 50 zu einem immer größeren Hindernis. Entgegen dem allgemeinen Rückgang der Arbeitslosigkeit in Tirol (Jänner -8,6 Prozent), leiden über 50-jährige unter einem Anstieg von 1,7 Prozent im Vergleich zum Jänner des Vorjahres. „Man darf die 3.584 TirolerInnen, die über 50 Jahre alt sind, nicht im Regen stehen lassen. Diese Altergruppe steht immer mehr im Spannungsfeld zwischen Beschäftigung, Arbeitslosigkeit und Pension“, so die Tiroler ÖGB Landesfrauenvorsitzende Ulrike Ernstbrunner im Zuge der gestrigen Informationsveranstaltung mit der Tiroler AMS-Frauenreferentin Dr.Gabriele Dallinger-König. ++++
Der demographische Alterungsprozess unserer Gesellschaft führt dazu, dass der Anteil der über 50-Jährigen an den Erwerbstätigen im letzten Jahrzehnt stark angestiegen ist. Während und nach der
Krise wuchs der Druck in den Tiroler Betrieben, durch den Abbau älterer ArbeitnehmerInnen den scheinbaren Personalüberhang in den Griff zu bekommen. „Immer mehr Menschen schaffen es nicht, bis
zur Erreichung des Pensionsalters den Arbeitsplatz zu halten oder einen neuen zu finden und werden in die Arbeitslosigkeit gedrängt“, erklärt Ernstbrunner.
Viele ältere ArbeitnehmerInnen verfügen über spezifische und durchaus verwertbare Qualifikationen. Häufig fehlen aber die entsprechenden Kompetenzen, die durch Umstrukturierungen im Unternehmen
oder durch technische Veränderungen notwendig werden. Bei Veränderungen der Arbeitsorganisation wird nicht darauf Rücksicht genommen, dass auch ältere ArbeitnehmerInnen die Möglichkeit haben
müssen, die notwendigen Kompetenzen zu erwerben. „Im Gegensatz dazu ist aber die Bereitschaft der älteren ArbeitnehmerInnen zur Weiterbildung bzw. Umschulung sehr hoch“, informiert
Ernstbrunner.
Daher müssen Anreize für ältere ArbeitnehmerInnen geschaffen werden. Durch Investitionen in den betrieblichen Gesundheitsschutz und Ausbildung muss ein möglichst langer Verbleib auf dem
Arbeitsmarkt gesichert werden. Fehlanreize für ein frühzeitiges Beenden des Erwerbslebens sind auch auf betrieblicher Ebene zu vermeiden. „Erfolgreiche Beispiele aus der betrieblichen Praxis
zeigen, dass vermehrte Beschäftigung Älterer nur durch einen umfassenden und kontinuierlichen Politikmix erreicht werden kann“, so die Tiroler ÖGB Landesfrauenvorsitzende.
„Dabei geht es auch um den Erhalt der Gesundheit und Leistungsfähigkeit in Präventivmaßnahmen und die Vermeidung von Fehlanreizen. Laufende Investitionen in das berufliche Wissen und Können, die
Förderung einer alternsgerechterer Arbeitsorganisation in den Betrieben, wird eine Gewinnsituation auch auf wirtschaftlicher Ebene garantieren“, sagt Ernstbrunner.
Diese Maßnahmen zur Verbesserung der Lage der übe 50-jährigen ArbeitnehmerInnen werden von den Tiroler ÖGB Frauen weiterhin unterstützt und auch auf politischer Ebene eingefordert.


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