Do

20

Jan

2011

Sinkende Krankenstände in Tirol bedeuten nicht generell gesündere ArbeitnehmerInnen

Die von der Tiroler Gebietskrankenkasse veröffentlichen Zahlen, wonach die Krankenstandfälle und –tage in Tirol 2010 deutlich zurückgingen, sind für den gf. Tiroler ÖGB Vorsitzenden kein Grund zum jubeln. „Man sollte für den Gesundheitszustand der ArbeitnehmerInnen die Burn-out-Quote oder die Zahl der Frühpensionierungen aus gesundheitlichen Gründen als Parameter hernehmen. ArbeitnehmerInnen sind nicht gesünder, sondern gehen aus Angst vor Verlust des Arbeitsplatzes trotz Krankheit arbeiten“, führt Leist als Hauptgrund für die sinkenden Krankenstände an.

So ist die Zahl jener, die aufgrund psychischer Probleme vorzeitig in Pension gehen, in den vergangenen sechs Jahren um 37 Prozent angestiegen. „Statt den Druck weiter zu erhöhen, wie durch zum Teil unangemessene Krankenstandsrückkehrgespräche bis tief in die Privatsphäre der betroffenen hinein, sind alle Unternehmen angehalten, in den Bereich der qualitativen betrieblichen Gesundheitsvorsorge mehr zu investieren. Eine Modernisierung der Gesundheitsprävention muss insbesondere erzwingbare Betriebsvereinbarungen zur Umsetzung betrieblicher Gesundheitsförderung beinhalten“, betont Leist.

Der ÖGB Tirol fordert auch beim Thema Arbeitszeit den Hebel anzusetzen. „Eine Reduktion der tatsächlich geleisteten Arbeitszeit durch einen Abbau der geleisteten Mehrarbeit und Überstunden wäre ein wichtiger Ansatzpunkt, den Gesundheitszustand der Beschäftigten dauerhaft zu verbessern. Grund zur Freude haben wir dann, wenn die Rate der gesundheitsbedingten Frühpensionierungen und die Burn-Out-Quote tatsächlich zurückgehen“, so Leist abschließend.

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