Der Vorwurf von WK-Bodenseer, wonach Tirols Arbeitslose zu wenig mobil und bei der Wahl des Berufsfeldes und der -umgebung zu unflexibel seien, lässt der gf. Tiroler ÖGB Vorsitzende Otto Leist nicht gelten. „Alleine Tirols ArbeitnehmerInnen, die wohl dieselbe Mentalität wie 24.994 in Arbeitslosigkeit Getriebene aufweisen, bestätigen das Gegenteil. Trotz der viel zu hohen Pendlerkosten nehmen knapp zwei Drittel der 297.215 unselbstständig Beschäftigten den Weg in einen anderen Bezirk auf sich um zum Arbeitsplatz zu gelangen. Auch 2.957 TeilnehmerInnen an Schulungsaktivitäten des AMS verfolgen nur ein Ziel, und zwar jenes der beruflichen Neuorientierung. Nur weil 22,4 Prozent der Befragten angegeben haben in einem anderen Bezirk als bisher einen Arbeitsplatz zu finden solche Schlüsse zu ziehen ist unfair und eine Pauschalbehauptung.“
„Die Befragung der WK und des AMS widerlegt die These der Wirtschaftskammer, wonach sich Arbeitslose gerne in der sozialen Hängematte ausruhen. TirolerInnen sind demnach gewillt zu arbeiten und
ruhen sich nicht auf Kosten anderer aus“; betont der gf. Tiroler ÖGB Vorsitzende abschließend.
Die Euphorie rund um den Beschäftigungsstand in Tirol will Leist bremsen: „Leider stellen Tiroler UnternehmerInnen vermehrt Teilzeitkräfte und Leiharbeiter ein. Daher ist der Beschäftigungsstand
von derzeit 297.215 zu relativieren. Sollte hier nicht gegengesteuert werden, dann kommen uns immer mehr Sozialversicherungsabgaben abhanden und Tirol droht im Bundesländervergleich
einkommenstechnisch weiter abzurutschen.“


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