Do
25
Nov
2010
Leist: „WK verhöhnt 45.000 Tiroler Handelsangestellte“
Angesichts der Rekord-Umsätze, die im Tiroler und Österreichischen Handel zu Weihnachten erwartet werden, ist die Interessenspolitik der WK bei den bisher fünf ergebnislosen Kollektivvertragsverhandlungstagen äußert unsozial. „Zuerst wird den Beschäftigten ein ohnehin sehr geringer Mindestlohn von 1.300 Euro Brutto verweigert und dann wirft WK-Wartusch den 45.000 Tiroler Handelsangestellten via Presse die ‚noch positivere Stimmung im Handel’ um die Ohren. Das ist eine bodenlose Frechheit, wenn nicht eine Verhöhnung“, so der gf. Tiroler ÖGB Vorsitzende und Handels-Wirtschaftsbereichsvorsitzender der GPA-djp Otto Leist.
Der Tiroler Handel hat selbst in Krisenzeiten schwarze Zahlen geschrieben. „Jetzt rechnen WirtschaftskämmererInnen mit Rekordumsätzen zu Weihnachten, verweigern den ArbeitnehmerInnen aber
jeglichen Anteil daran. Das Geduldsfass der Handelsangestellten ist damit übergelaufen. Die Stimmung unter den 45.000 betroffenen TirolerInnen ist sehr, sehr schlecht. WK-Wartusch sollte seine
Muskeln spielen lassen und Einfluss im KV-Verhandlungsteam der WK nehmen, damit was weitergeht. Ansonsten wird ihm die Belegschaft einen Strich durch seine Drei-Prozent-Zuwachs-Rechnung machen.
Ständige Zuwächse immer nur in Unternehmenstaschen fließen zu lassen ist auf Dauer ein gefährliches Spiel“, warnt Leist und fordert FAIR TEILEN.
Ergebnis nach fünf Verhandlungsrunden - ArbeitgeberInnen verweigern 1.300 Euro Mindestlohn
Am 17. November knapp vor Mitternacht wurde die fünfte Verhandlungsrunde für die Angestellten und Lehrlinge im Handel ergebnislos abgebrochen. Nachdem die VertreterInnen der GPA-djp (Gewerkschaft
der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier) auf die Verwirklichung des Mindestgehaltes von 1.300 Euro bestanden, haben die ArbeitgeberInnen die bis dahin zäh verlaufenden Gespräche für
beendet erklärt.
Im Zuge der Verhandlungen stellte sich heraus, dass die ArbeitgeberInnen die Einigung im Rahmenrecht dahingehend interpretierten, dass die Gewerkschaft die Forderung nach 1.300 Euro Mindestgehalt
zurückstellt. Weiters wurde ein Gehaltsangebot gelegt, das in seiner Substanz hinter den bisher getätigten Abschlüssen weit zurückbleibt und dies, obwohl im Handel nach wie vor ein enormer
Nachholbedarf bei den Einkommen besteht. Die vorgelegten Zahlen eines möglichen Abschlusses, entsprachen in keiner Weise einem gerechten Anteil am wirtschaftlichen Erfolg der Branche.
Im Vorfeld der wirklich letzten Verhandlungsrunde am kommenden Montag (29. November) werden Österreichweite Betriebsrätekonferenzen durchgeführt, um die weiteren Vorgehensweisen abzuklären.


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