Di
09
Nov
2010
55.000 Tiroler Löhne werden morgen ausverhandelt
Morgen gehen die Kollektivvertragsverhandlungen im Handel und Metallgewerbe in die dritte bzw. zweite Runde. „Wir blicken den Verhandlungsrunden sehr positiv entgegen, nicht zuletzt aufgrund der guten Abschlüsse in der Metall- und Bergbauindustrie (Erhöhung 2,5% und Mindestbetrag von 45 Euro, in Summe von bis zu 3%). Im Gegensatz zu der Wirtschaftslage in der Metallindustrie sind im Handel stets schwarze Zahlen geschrieben worden und dem Metallgewerbe ist es weitaus besser ergangen. Deshalb gehen wir von deutlichen Lohnerhöhungen aus“, erklärt der gf. Tiroler ÖGB Vorsitzende Otto Leist und fordert das Ende des taktischen Geplänkels seitens der Arbeitgeberseite.
Für den Landessekretär der Produktionsgewerkschaft Robert Koschin haben die Lohnverhandlungen in der Metall- und Bergbauindustrie gezeigt, wie man konstruktiv arbeiten und gemeinsam die Aufwärtsbewegung tragen kann. „Jetzt geht es für die 9.000 Tiroler ArbeitnehmerInnen im Metallgewerbe darum, in der zweiten Verhandlungsrunde in dieselbe Kerbe zu schlagen. Die Wirtschaft zieht an, die Unternehmen haben eine gute Auftragslage. Ordentliche Lohnerhöhungen für die Beschäftigten wären jetzt ein positives Signal, um diese Entwicklung zu stärken“, so Koschin im Vorfeld der morgigen KV-Verhandlungen im Metallgewerbe. Die Gespräche waren von einer regen, aber sachlichen Diskussion geprägt. Ein gemeinsames Anliegen von ArbeitgeberInnen und Gewerkschaft konnte dabei im Kampf gegen illegale Beschäftigung gefunden werden.
Etwas pessimistischer geht Otto Leist in die dritte Verhandlungsrunde für die 46.000 Tiroler Handelsangestellten. „Ich hoffe die Arbeitgeberseite erkennt den Ernst der Lage. Leider gab es vergangenen Freitag keine positiven Signale, um beim Rahmenrecht etwas zu verbessern. Der Handel hat in Krisenzeiten immer schwarze Zahlen geschrieben. Jetzt gilt es jene zu belohnen, die täglich in den Geschäften stehen. Und zwar mit deutlichen Lohnerhöhungen, 1.300 Euro Mindestlohn, Verbesserungen im Rahmenrecht und positiven Signale für Lehrlinge, damit diese sich mehr für diesen Beruf begeistern“ erklärt Leist abschließend.


