Fr
05
Nov
2010
Mehr als 22.000 Tiroler Jugendliche sind armutsgefährdet
Laut der Tiroler ÖGB Jugend sind mehr als 22.000 Tiroler Jugendliche armutsgefährdet. „Im Zuge der Wirtschaftskrise waren Jugendliche die ersten Opfer. Ein Beleg dafür ist die enorm in die Höhe geschnellte Arbeitslosigkeit gleich zu Beginn der Krise. Durch den Ausfall der Einkommen wurden die geringen Ersparnisse sofort aufgebraucht. Nun trifft das Sparbudget der Bundesregierung abermals junge Menschen“, kritisiert der Tiroler ÖGB Landesjugendsekretär Philip Wohlgemuth.
Künftig ist geplant, durch die Streichung der Familienbeihilfen Studierenden 2.700 Euro wegzunehmen. Auch arbeitsuchende TirolerInnen zwischen 18 und 21 Jahren müssen künftig ohne Familienbeihilfe auskommen, wenn es nach den Willen der Bundesregierung geht. „Das ist unfair, weil Vermögen im Gegenzug wesentlich weniger zur Budgetkonsolidierung beitragen muss“, so Wohlgemuth.
Die Familienbeihilfen-Streichung trifft besonders AbsolventInnen von BMHS, etwa Handelsschulen und -akademien, die nach dem Schulabschluss auf Jobsuche gehen, aber keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld haben. Auch wenn ein Jugendlicher oder eine Jugendliche die Lehre abschließt, soll künftig gleich danach die Familienbeihilfe wegfallen. „Bisher wurde sie in der dreimonatigen Behaltefrist weiterbezahlt - mit gutem Grund, denn diese Zeit ist dafür gedacht, dass sich die ausgelernten Lehrlinge um eine passende Stelle als ausgelernte Fachkraft umschauen können“, erklärt der Tiroler ÖGB Landesjugendsekretär.
Die Gewerkschaftsjugend fordert eine Budgetkonsolidierung, die nicht unverhältnismäßig zulasten der Jugend geht. „Erst recht dürfen nicht jene Jugendlichen die Zeche bezahlen, die eine Lehre absolviert, währenddessen Sozialversicherungsbeiträge eingezahlt haben, und im Zuge der Wirtschaftskrise als erste auf die Straße gesetzt wurden. Wer ausgerechnet bei jungen Menschen ohne Job spart, dem sind 250.000 armutsgefährdete Kinder und Jugendliche unter 19 offenbar noch immer nicht genug“, so Wohlgemuth.


