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05

Nov

2010

Aids am Arbeitplatz bleibt weiter ein Tabuthema

v.l.n.r.: Dr. Fritz Aull (Psychologe und Berater in der AIDS-Hilfe Tirol), Dr. Lydia Domoradzki (Geschäftsführerin der AIDS-Hilfe Tirol), Bernhard Ralser (Innsbrucker ÖGB Vorsitzender) v.l.n.r.: Dr. Fritz Aull (Psychologe und Berater in der AIDS-Hilfe Tirol), Dr. Lydia Domoradzki (Geschäftsführerin der AIDS-Hilfe Tirol), Bernhard Ralser (Innsbrucker ÖGB Vorsitzender)

In Tirol leben mehr als 900 HIV-positive Menschen. Der Großteil der mit Aids Infizierten ist berufstätig. 90-95% der Berufstätigen behalten am Arbeitsplatz ihre HIV-Infektion für sich, weil sie Angst vor Ausgrenzung, Diskriminierung und Mobbing haben. „Leider kommt es immer wieder vor, dass HIV-positive Menschen, sobald ihre Infektion bekannt wird, ohne Angabe von Gründen gekündigt werden. Hier kommt Betriebsräten eine zentrale Rolle des Ansprechpartners und Vermittlers zu. Diese unterliegen der Schweigepflicht und sind der ideale Erstanlaufpartner für Betroffene“, erklärt der Innsbrucker ÖGB Vorsitzende Bernhard Ralser.

"Die Belastung des Arbeitsplatzes verstärkt die Belastungen, die mit Bekannt werden der Krankheit einhergehen. Das diskriminierende Verhalten von Vorgesetzten und KollegInnen beruht zum größten Teil auf Ängsten und Vorurteilen. Das alte Bild vom rasch zum Tode führenden AIDS ist noch immer sehr weit verbreitet und bestimmt Handlungen und Reaktionen“ informiert Dr. Lydia Domoradzki, Geschäftsführerin der AIDS-Hilfe Tirol bei der gestrigen ÖGB-Veranstaltung zum Thema HIV und AIDS in der Arbeitswelt in Innsbruck.

 

„Am häufigsten haben KollegInnen davor Angst, dass von HIV-positven Menschen eine gesundheitliche Gefährdung ausgehen könnte. Diese Angst ist jedoch unbegründet, da bei üblichen Tätigkeiten am Arbeitsplatz kein Ansteckungsrisiko besteht. Es gibt auch nur ein einziges Berufsverbot für HIV-positive Menschen, und das betrifft die Prostitution“, fügt Dr. Fritz Aull, Psychologe und Berater in der AIDS-Hilfe Tirol.

Auch die Ängste der ArbeitgeberInnen, dass HIV-positive Menschen den Anforderungen einer Berufstätigkeit nicht gewachsen sein könnten, treffen nicht zu. Aufgrund der enormen Fortschritte der Medizin und der Therapie ist AIDS zu einer behandelbaren chronischen Erkrankung geworden. „Ein positiver HIV-Status sagt nichts über die Arbeitsfähigkeit aus. HIV-bedingte Krankenstände sind nicht zahlreicher als solche aus anderen Gründen“, sagt Domoradzki.

 

Es ist höchste Zeit, dass die medizinischen Fortschritte sich auf das Berufsleben von Betroffenen auswirken. „Wir wünschen uns und vor allem den Betroffenen, dass sich der Berufsalltag zu normalisieren beginnt. HIV-infizierte ArbeitnehmerInnen wünschen sich nicht sehnlicher, als einen selbstverständlichen, offenen und vorurteilsfreien Umgang“, erklärt Ralser abschließend.

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