Di
02
Nov
2010
Leist: „Leiharbeit schönt Tiroler Arbeitsmarkt“
Der Rückgang der Arbeitslosenzahlen von 6,4 Prozent im Vergleich zum Oktober des Vorjahres würde den gf. Tiroler ÖGB Vorsitzenden Otto Leist zu Jubelstürmen hinreißen, wäre da nicht die Tücke der Statistik. „Der Trend der Wirtschaftstreibenden, vermehrt auf Zeit- und LeiharbeiterInnen zu setzen schönt nicht nur aktuelle Arbeitslosenzahlen, sondern entgegnet der gesunden Vorgehensweise, Menschen in Betrieben fixe Beschäftigungen zu gewährleisten“, erklärt Leist anlässlich der Veröffentlichung der Oktober-Arbeitsmarktzahlen für Tirol. Die Zahl der LeiharbeiterInnen dürfte indes um ein Drittel angestiegen sein.
Besonders die Metallbranche, in der momentan Kollektivvertragsverhandlungen laufen, ist vom Anstieg der Leiharbeit stark betroffen. „Leiharbeit bringt erhöhtes Unfallrisiko, Arbeitsplatzverlustrisiko, in der Regel kürzere Kündigungsfristen, vielfach weniger Einkommen und schlechtere Arbeits- und Rahmenbedingungen sowie unsichere Lebensplanung mit sich. Dieses Instrument zu fördern, ist nichts anderes als ArbeitnehmerInneninteressen mit Füßen zu treten“, so der gf. Tiroler ÖGB Vorsitzende.
Der Anstieg der Arbeitslosigkeit bei den über 50-Jährigen von zwei Prozent ruf für Leist Re-Integrierungsmaßnahmen für ältere Arbeitsuchende auf den Plan. „Das gleiche gilt für Langzeitarbeitslose und für Frauen, die es am Tiroler Arbeitsmarkt ebenfalls schwerer haben als andere Gruppierungen. Deshalb begrüße ich den Vorschlag des AK-Präsidenten Tumpel, wonach es zu einer verstärkten Fokussierung der Arbeitsmarktpolitik auf Qualitätsmaßnahmen statt auf billige Massenkurse kommen muss“, informiert Leist.
Kommentare: 1
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#1
Die Arbeitsämter sind sogar dazu angehalten den Arbeitssuchenden immer wieder aufzutragen, sich bei Zeitarbeitsfirmen zu bewerben, damit diese von der Liste gestrichen werden können. Die Leiharbeiten verdienen jedoch leider nicht einmal 1000 Euro netto im Monat. Das ist einfach unfair.


