Mi

20

Okt

2010

Leist fordert Fairness für Runde Zwei bei Metallindustrie-KV

Für die zweite Runde der Kollektivvertragsverhandlungen fordert der gf. Tiroler ÖGB Vorsitzende Otto Leist für die rund 10.000 Tiroler Beschäftigten in der Metallindustrie faire Verhandlungen: „Die sinnlosen Forderungen nach weiterer Flexibilisierung der Arbeitszeit und der Streichung der Überstundenzuschläge sind vom Tisch. Das war ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Gewerkschaften werden aber beim Thema Arbeitzeitverkürzung am Drücker bleiben. Angesichts der regelmäßig geleisteten 42 bis 46 Stunden, die wöchentliche gearbeitet werden, ist es an der Zeit etwas zu ändern“, erklärt Leist am Vortag der zweiten Kollektivvertragsrunde in Wien.

Für Leist sollte auch das Thema Arbeitszeit bei der diesjährigen KV-Runde nicht, wie jetzt von der Arbeitgeberseite plötzlich gewünscht wird, vom Tische gewischt werden. „Viele Gründe sprechen für eine Arbeitszeitverkürzung und der damit verbunden Arbeitsentlastung. Studien und Beispiele aus Frankreich belegen eine Steigerung der Produktivität durch kürzere Arbeitszeiten, was die Unternehmen letztendlich konkurrenzfähiger macht. Beschäftigte sind leistungsfähiger, machen weniger Fehler und das Risiko von berufsbedingten Krankheiten und Arbeitsunfällen sinkt deutlich. Zudem entlastet eine stabile Beschäftigungsquote, welche durch FAIR TEILEN der Arbeitsplätze garantiert wird, die Staatsfinanzen, steuert der in Krisenzeiten entstandenen Arbeitslosigkeit entgegen und ist Garant für den Erhalt der Kaufkraft“, informiert Leist.

 

Im Mittelpunkt der ersten Verhandlungsrunde am 14. Oktober stand die wirtschaftliche Lage der Metallindustrie. „ArbeitgeberInnen behaupten, dass der Wirtschaftsschwung entgegen mehreren Prognosen nicht gesichert ist. Dabei sind die Zeichen für eine Erholung der Wirtschaft mehr als deutlich spürbar, sprechen doch zahlreiche Tiroler Unternehmen von vollen Auftragsbüchern, die nur durch Erbringung von Überstundenleistungen abgearbeitet werden können. Auch die Produktivität sei stark angestiegen, was erhebliche Lohnerhöhungen ArbeitnehmerInnen möglich machen muss“, erklärt Leist.

 

Am 21. Oktober findet die nächste Kollektivvertrags-Verhandlung statt. Dabei wird es neben der Arbeitszeitverkürzung vorwiegend um die Erhöhung der Ist- und Mindestlöhne gehen. Weitere Themen werden Verbesserungen im Rahmenrecht sein: die Beteiligung der Lehrlinge an den Prämien für eine positive Zwischenprüfung bzw. für eine Lehrabschlussprüfung mit gutem oder ausgezeichnetem Erfolg und die Optimierung des Dienstreisebegriffs im Angestelltenrecht.

 

Über Mitterlehners Drohungen nach einer gesetzlichen Arbeitszeitflexibilisierung kann der gf. Tiroler ÖGB Vorsitzende nur den Kopf schütteln. „Sollte er diese Schwachsinnsidee tatsächlich umsetzen wollen, dann werden Gewerkschaften und BetriebsrätInnen eine passende Antwort darauf finden. Er hätte damit Lohn- und Gehaltskürzungen von einigen tausenden Euro zu verantworten und zusätzlich wohl alle ArbeitnehmerInnen gegen sich. Ein sozial gerecht agierender Minister wird dies mit Sicherheit nicht tun“, so Leist abschließend.

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