Im Zuge der Vollversammlung auf der Uni Innsbruck brachte Gerhard Schneider (GPA-djp Regionalgeschäftsführer) die Forderungen der Gewerkschaft auf den Punkt und richtete einen Appell an verantwortliche Politiker und Rektoren: „Die zentrale Forderung der Gewerkschaft ist der freie Hochschulzugang und die Abschaffung der noch bestehenden Zugangsbeschränkung. Auch den Plänen der Rektoren, Studiengebühren wiedereinzuführen, erteile ich eine Absage. Pröll und der Zukunftsrat des Landes scheinen nur sehr wenig Interesse an einem zukunftsorientierten und sozial gerechten Bildungssystem zu haben. Um der Bildung die nötigen Ressourcen und dem dazu notwendigen Personal zu gewährleisten, wird man statt den 1,3 Prozent des BIP mindestens drei bis vier Prozent zu Verfügung stellen müssen“, erklärt Schneider, für den die Fehler im Bildungssystem bereits vor Jahren gemacht wurden.
Aus den gestrigen Aussagen des Finanzministers Pröll, wonach es ihm nicht um den Pfad der Sozialen Gerechtigkeit geht, sondern darum, Österreich ins Lot zu bringen, entnimmt Schneider klare Klientelpolitik zugunsten der Reichen. „Die fehlende soziale Kompetenz und Fairness des Finanzministers, wird sich bei zu wenig Gegenwind aus der Bevölkerung auch in der Bildung negativ niederschlagen“, so Schneider. Auch der Zukunftsrat des Landes Tirol erwähnt laut dem GPA-djp Regionalgeschäftsführer in seiner Strategie zur Sicherung des Wirtschaftsstandortes Tirol das Thema Bildung mit keiner Silbe. Wenn hier die vor Jahren geschehenen Fehler im Bildungssystem nicht rasch behoben werden, dann droht Österreich im internationalen Vergleich nicht nur bei den Ausgaben ins hintere Drittel abzurutschen, sondern auch auf weite Sicht als Industriestandort ins Hintertreffen zu geraten.
Studiengebühren treffen Menschen, die es in unserer Gesellschaft ohnehin schon am Schwersten haben, jene aus Elternhäusern mit geringem Einkommen. „In Anbetracht der Tatsache, dass Artmutsgefährdung mit schlechter schulischer Ausbildung steigt, sind Barrikaden jeglicher Art auch gesellschaftlich gefährlich“, so Schneider. „Wer bei Bildung spart, der spart bei der Zukunft. Intelligente und zukunftsorientierte Politik sind für mich faire und sozial gerechte Chancen und Zugänge zur Bildung. Wenn es zu Reformen im Bildungssystem kommt, dann müssen diese grundlegend sein und dürfen nicht zum Spielball elitärer PolitikerInnen werden.“
RektorInnen und ProfessorInnen nahm der Gewerkschafter vor versammelter Masse ebenso in die Pflicht: „Wenn man Studierende und ArbeitnehmerInnen der Universitäten zur Hilfe ruft, dann sollte man auch gewährleisten, dass insbesondere Angestellte der Unis anständige Arbeits- und Einkommenssituationen vorfinden. Unanständige, atypische und gesetzeswidrige Anstellungsverträge sollten ab sofort der Vergangenheit angehören.“


