Mi

06

Okt

2010

Leist fordert kräftiges Lohnplus und 1.300 Mindestlohn für 40.000 Tiroler Handelsangestellte

Der gf. Tiroler ÖGB Vorsitzende und GPA-djp Wirtschaftsbereichsvorsitzende Handel Otto Leist fordert angesichts der bevorstehenden Kollektivvertragsverhandlungen im Handel (Beginn 19. Oktober) zum einen, Mindestlohn von 1.300 Euro und zum anderem, angesichts des positiven Wirtschaftstrends eine kräftige Lohnerhöhung für die mehr als 40.000 Tiroler Handelsbeschäftigten. „HandelsmitarbeiterInnen leiden unter den immer flexibleren Arbeitszeiten, atypischen Beschäftigungsverhältnissen und den viel zu geringen Löhnen. Immer häufiger mutieren Beschäftigte zu Working Poors“, erklärt Leist. Zudem startet die Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier (GPA-djp) die Aktion "Wir wollen’s wissen".

Otto Leist, der Teil des KV-Verhandlungsteams ist, weist auch auf den großen Frauenanteil im Tiroler Handelsbereich hin: „70 Prozent der Handelsangestellten sind Frauen. Mit einem Mindeslohn von 1.300 Euro kann man einen Teil zur Schließung der 28,1 Prozent großen Tiroler Einkommensschere beitragen. Zudem kommen insbesondere für Tiroler Beschäftigte die hohen Lebenserhaltungskosten hinzu. Wenn hier nicht an der Einkommensspirale kräftig nach oben gedreht wird und der Mindestlohn im KV verankert wird, dann kann sich die eigene Belegschaft irgendwann nicht mehr die eigenen Produkte leisten. Für Tirol ist ein Mindesteinkommen von 1.300 Euro Brutto ohnehin die unterste, unterste Grenze“, so Leist in Richtung WirtschaftsvertreterInnen.

 

Die Basis für Entgegenkommen der Arbeitgeberseite bei den bevorstehenden Lohnverhandlungen ist anhand der zufrieden stellenden ökonomischen Basis für den gf. ÖGB Vorsitzenden gegeben: „Der Tiroler Handel hat trotz Rückgang 2009 in keinem Zeitraum Minus geschrieben. Deshalb müssen Umsätze fair zwischen ArbeitgeberInnen und ArbeitnehmerInnen geteilt werden.“

 

Weit über 90 Prozent der Teilzeitbeschäftigten im Tiroler Handel sind Frauen. „Die Welle an atypisch beschäftigten ArbeitnehmerInnen im Handel ist atypisch angestiegen. Das Durchschnittseinkommen liegt bei 770 Euro, die Armutsgrenze bei 951 Euro. Damit ist ein Auskommen mit dem Einkommen nicht möglich. Bei einer Wochenöffnungszeit von 72 Stunden ergebe sich inklusive Vor- und Abschlussarbeiten eine mögliche Wochenarbeitszeit von 80 Stunden. Betroffenen zahlen also auch mit ihrer Verfügbarkeit einen hohen Preis. Leider werden in einigen Handelsunternehmen Mehrstundenzuschläge nicht einmal ausbezahlt“, kritisiert Leist.

 

Um die Betroffenen einzubinden, startete die GPA-djp diese Woche die Aktion "Wir wollen’s wissen". Handelsbeschäftigte in ganz Österreich werden unter Mithilfe der BetriebsrätInnen über die zentralen KV-Forderungen 14 Tage lang informiert und zu den zentralen Forderungen befragt. "Wir gehen mit einer Befragung dieser Dimension einen völlig neuen Weg, aber die Vorabbestellung der Karten stimmt uns optimistisch", rechnet Katzian mit 100.000 Antworten. Das Ergebnis der Befragung wird Anfang November beim Bundesforum der GPA-djp präsentiert.

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