Do
30
Sep
2010
Leist lehnt Mayer-Heinisch-Vorstoß nach Sonntags-Shopping ab
Empört zeigt sich der gf. Tiroler ÖGB Vorsitzende Otto Leist über den Vorstoß Handelsverbandschef Stephan Mayer-Heinisch nach Sonntagsöffnung im Handel. „Mir ist unerklärlich wie er zur Annahme kommt, dass ohne Sonntagsöffnung eine Millarde Euro liegen bleibt. Mayr-Heinisch sollte sich besser darüber Gedanken machen, dass ArbeitnehmerInnen in der Branche durch geringe Gehälter eine immer mehr schwindende Kaufkraft darstellen“, erteilt Leist den frühzeitigen Weihnachtswünschen des Handelsverbandschef eine Absage.
Dieser neuerliche Vorstoß eines Handelsvertreter ist für Leist inakzeptabel: „Hier wird versucht mit unhaltbaren und wirtschaftlich nicht belegbaren Argumenten eine weitere Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten zu erwirken. Dies ist aber nicht im Interesse der ArbeitnehmerInnen. Es ist bereits erwiesen, dass das gewünschte Umsatz-Plus im Handel durch die Sonntagsöffnung nicht erzielt werden kann. Das haben unter anderem Versuche während der Fußball-EM 2008 gezeigt. Auch der offensichtliche mäßige Geschäftserfolg in der Innsbrucker Innenstadt, die durch die Tourismusregelung am Sonntag ihre Pforten geöffnet haben dürfen, spricht Bände und ist auch dem ÖGB bekannt. Hier gibt es UnternehmerInnen, die sich und anderen diese Mehrbelastung nicht zumuten wollen und den Unsinn der Wirtschaftlichkeit erkannt haben. Was übrig bleibt, ist eine massive Verschlechterung der Arbeitszeiten und Lebensbedingungen für Handelsangestellte“, informiert Leist.
Einige Einkaufszentrenbetreiber und nicht mehr als eine Handvoll Handelsunternehmen versuchen immer wieder den Arbeitsfreien Sonntag anzugreifen. „Das werden wir aber im Interesse unserer Mitglieder nicht zulassen. Um die Kaufkraft der eigenen Beschäftigten, sprich den Handelsangestellten, zu erhöhen wäre es besser, bei den am 19. Oktober beginnenden Kollektivvertragsverhandlungen für die Handelsangestellten zum Einem den längst überfälligen Mindestlohn von 1300 in die Tat umzusetzen und zum Anderen Löhne gehörig ansteigen zu lassen, ganz im Sinne der Kaufkraft“, erklärt Leist abschließend.


