Do
16
Sep
2010
Drei Länder kämpfen gegen Jugendarbeitslosigkeit
JugendgewerkschafterInnen aus Italien, Deutschland und Österreich setzen sich zum Ziel der prekären Situation der Jugendlichen am Arbeitsmarkt entgegenzuwirken. „Alle drei Länder sind gekennzeichnet durch die rapide angewachsene Jugendarbeitslosigkeit, ungenügendem Lehrstellen- und Ausbildungsangeboten, verschlechterten Arbeits- und Ausbildungsverhältnissen und neuen bedenklichen Arbeitsformen. In Europa ist schon jeder fünfte Jugendliche unter 25 arbeitslos. Zeit, dass sich was ändert, sonst drohen in Zukunft verheerende soziale Folgeerscheinungen“, berichtet der Tiroler ÖGB Landesjugendvorsitzende Manuel Unterkircher vom Dreiländertreffen in Südtirol.
Besonders der Lehrstellenmangel in der gewerblichen Wirtschaft (Industrie und Handwerk) ist in den betroffenen Regionen angestiegen. Der Löwenanteil der Lehrstellen wird überwiegend, insbesondere in Tirol, im Gastgewerbe angeboten und zeichnet sich durch teilweise gesetzeswidrige Arbeitszeiten aus. „Diese Branche ist aus verständlichen Gründen bei jungen Menschen aus dem Interessensfokus gerückt. Man muss dafür sorgen, dass der Bereich für junge Menschen reizvoll und sozial gerecht und fair gestaltet wird. Dann werden junge Menschen auch wieder im Gastgewerbe arbeiten“, so Unterkircher.
Eines der Hauptthemen beim Dreiländertreffen ist die Umsetzung der Europäischen Qualifikationsrahmen in den jeweiligen Ländern. Außer in Deutschland wurde diese EU-Vorgabe weder in Italien, noch in Österreich thematisiert. „In Italien wird dieser Punkt ein Thema bei der großen Oberstufenreform und wird höchstwahrscheinlich in ein neues Drei-Säulen-Bildungsmodell integriert. Jetzt wird auch Österreich am Zuge sein, diese Vorgabe zu erfüllen“, zeigt Unterkircher abschließend auf.


