Do

16

Sep

2010

BetriebsrätInnen der Tirol-Milch beschließen Maßnahmenpaket

Kaum Beachtung der ArbeitnehmerInneninteressen in der öffentlichen Fusionsdiskussion. In der aktuellen Diskussion rund um die Milch-Fusion scheinen die an der Kippe stehenden Arbeitsplätze bei Tirol Milch nur Randthema zu sein. „In der Debatte um die Zukunft des Unternehmens geht es in erster Linie um den Milchpreis der Bauern und um die Belange der EigentümerInnen. Dass mehrere Arbeitsplätze auf der Kippe stehen scheint für jene die sich gerne zu Wort melden kaum von Interesse zu sein. Das Verhalten enttäuscht ArbeitnehmerInnen, die sich in der Vergangenheit für das Tiroler Milchunternehmen aufgeopfert haben. Gestern wurden gemeinsam mit BetriebsrätInnen aus Wörgl und Lienz ein mehrstufiges Maßnahmenpaket und die weitere Vorgehensweise beschlossen“, erklärt der Sekretär der Produktionsgewerkschaft (PRO-GE) Hans Ofner im Anschluss an die viereinhalbstündigen Sitzung in Innsbruck.

PRO-GE Sekretär Dr. Paul Part kritisiert den kaum vorhandenen Informationsfluss des Unternehmens an die eigene Belegschaft. „ArbeitnehmerInnen erfahren rein gar nichts über das eigene Schicksal im Unternehmen, weder von der Chefetage noch aus den Medien. Sie verfolgen in der öffentlichen Diskussion die mitleidige Haltung den Bauern und Eigentümern gegenüber. Dabei sind es die Beschäftigten, die für die Wertschöpfung und der Qualität des Produktes Verantwortung tragen. Dass es zu Verlusten gekommen ist, liegt alleine daran, dass die Geschäftsleitung und der Vorstand haarsträubende Managementfehler gemacht haben“, informiert Part.

 

Die Arbeit für die beiden betreuenden Sekretäre wird in den kommenden Wochen darin bestehen, den Sozialplan für MitarbeiterInnen der Tirol-Milch zu erstellen. „Der Sozialplan ist eines der Kernpunkte im gestern beschlossenen mehrstufigen Maßnahmenpaket, das mit sofortiger Wirkung in Kraft tritt. Wir gehen in unserer Überlegung von einem Worst-Case-Szenario aus. Dies beinhaltet die Schließung von Lienz und zahlreicher Kündigungen im Arbeiter- und Angestelltenbereich. Je nach Vorgehensweise der Unternehmensleitung werden wir unsere Maßnahmen unter tatkräftiger Mithilfe der BetriebrätInnen anpassen“, so Ofner.

 

Dass abgesehen vom Sozialplan weitere Einzelheiten aus dem Maßnahmenpaket nicht veröffentlicht werden, erklärt PRO-GE Jurist Dr. Part folgendermaßen: „Wir bitten um Verständnis, dass wir unsere Vorgehensweise nicht publik machen. Wir behalten uns das eine oder andere Ass im Ärmel, wenn über Interessen der Belegschaft drübergefahren werden sollte. Für uns ist es wichtig, dass sich neben Bauern, Vorstand und PolitikerInnen auch die Belegschaft endlich das ihnen zustehende Gehör verschaffen kann. Sie sind die wahren Leidtragenden in der Fusionsangelegenheit. Auch die Region Wörgl wird nachhaltig durch den Abbau von Arbeitsplätzen arbeitsmarktpolitisch in Mitleidenschaft gezogen“, warnt Part abschließend.

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