Mi

15

Sep

2010

Bodenseer sägt am Ast auf dem UnternehmerInnen sitzen

Den Vorwurf des Wirtschaftskammerpräsidenten Jürgen Bodenseer wonach der ÖGB hinsichtlich der bevorstehenden Lohnverhandlungen jegliches Ausmaß vermisst, kann der gf. Tiroler ÖGB Vorsitzende Otto Leist nur zurückgeben: „Die Wirtschaft geht bergauf, weil vorwiegend arbeitende Menschen durch ihren Konsum die Wirtschaft ankurbeln. Durch Loyalität, Einkommenseinbußen durch Kurzarbeit und mehr als ausreichende Flexibilität der Tiroler ArbeitnehmerInnen konnten schlimmere Auswirkungen die Krise auf den Tiroler Arbeitsmarkt verhindert werden. Der Wirtschaftskammer fällt nichts anderes ein, als ihnen den Lohn für die Arbeit vorzuenthalten und Gewinne in UnternehmerInnentaschen umzuleiten. Damit sägt die Wirtschaftskammer unaufhörlich am Ast auf dem UnternehmerInnen sitzen und das ist die Kaufkraft der ArbeitnehmerInnen“, erklärt Leist.

Dass Menschen dringend bessere Löhne brauchen, zeigen die alarmierenden Ergebnisse aus dem Arbeitsklimaindex September 2010. Erschreckende 350.000 ÖsterreicherInnen haben trotz Arbeit nicht genug Geld zum Leben zur Verfügung. Vor zehn Jahren waren es um knapp 100.000 weniger. „Genau deswegen brauchen wir gerade jetzt sozial gerechte Lohnerhöhungen. Die Wirtschaft braucht die Kaufkraft der Menschen und wenn diese nichts mehr verdienen, dann wird auch die Wirtschaft stark darunter leiden. Wenn die WK glaubt dieses Spiel weiter so zu spielen, dann wird’s irgendwann auch für sie ein böses Erwachen geben“, so der gf. Tiroler ÖGB Vorsitzende.

 

Selbst führende internationale Ökonomen befinden eine ordentliche Lohnerhöhung als unabdingbar. „Als einer von vielen, warnt auch Heiner Flassbeck, Chefökonome der UN-Handelsorganisation, vor zurückhaltende Lohnerverhandlungen. Er erwähnt, dass Lohnstückkosten hierzulande geringer gestiegen sind als mit dem Inflationsziel der EZB vereinbar wären. Dies sei nur über die Lohnpolitik zu ändern und zwar mit steigenden Gehältern und nicht mit dem von der Wirtschaftskammer vorgeschlagenen lohndrückenden Instrumenten“, erklärt Leist.

 

„Interessant ist auch das Statement, dass Bodenseer nicht weiß hinter welcher Ecke die nächste Krise lauert. Dieses Spiel mit der Angst wird die Wirtschaftskammer auch in guten Zeiten spielen, um die Rechte und Gewinnbeteiligung der Arbeitnehmerschaft unten zu halten. Doch der Versuch die Menschen zu täuschen wird letztendlich fehlschlagen“, ist sich Leist abschließend sicher.

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