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03

Sep

2010

Niedrige Einkommen der TirolerInnen sind ein Warnsignal für die Wirtschaft

Die alarmierenden schlechten Einkommen der TirolerInnen sind für den gf. Tiroler ÖGB Vorsitzenden Otto Leist ein Warnsignal für die Wirtschaft. „Angesichts der exorbitant hohen Lebenserhaltungskosten im Tiroler Raum droht die Kaufkraft zu sinken, weil Menschen sich andere Dinge schlichtweg nicht mehr leisten können. ArbeitnehmerInnen sind zwar durch ihren Konsum nach wie vor der Wirtschaftsmotor Nummer Eins, brauchen aber dringen faire Löhne. Den Konjunkturmotor ArbeitnehmerIn verhungern zu lassen würde auch die Wirtschaft zum erliegen bringen. Deshalb werden den Kollektivvertragsverhandlungen im Herbst richtungweisend sein. Eine ordentliche Lohnerhöhung ist also auch im Sinne der Wirtschaft enorm wichtig“, erklärt Leist.

Frauen hinken hinterher – dringender Handlungsbedarf
„Die niedrigen Einkommen der Frauen auf die hohe Teilzeitquote herauszureden erübrigt sich wieder einmal, da es sich bei diesem Einkommensbericht um Stundenlöhne handelt“, erklärt die Tiroler ÖGB Frauenvorsitzende Ulrike Ernstbrunner. Das Hauptproblem liegt laut der ÖGB Frauenvorsitzenden darin, dass Frauen vermehrt in die Niedriglohnbranche Handel und Tourismus gedrängt werden, obwohl der Bildungsstandard Tiroler Frauen längst jenen der Männer erreicht hat.

 

Geschlechterdiskriminierende Bezahlung rückt seit der Gehälteroffenlegung in beweisbaren Zahlen immer mehr ans Tageslicht. Für die ÖGB Frauen ein wichtiger Schritt die Schere zu schließen. „Die Politik muss hier mit Täterunternehmen hart ins Gericht gehen, sollte es zu einer diskriminierenden Bezahlung kommen. Weniger amüsant finde ich die Aussage des Handelsobmannes Aichinger der WKÖ, wonach der Handel keine Niedriglohnbranche darstellt. Hier scheint der Bezug zur Realität abhanden gekommen zu sein“, so Ernstbrunner.

 

Absage an Flexibilisierungswünsche Zoller-Frischaufs
Wenig überrascht zeigt sich Tirols ÖGB Vorsitzender über die Flexibilisierungswünsche der Landesrätin Zoller-Frischauf: „Vielleicht sollte sich die Wirtschaftslandesrätin Gedanken darüber machen, dass Flexibilisierung in Wirklichkeit biegsam und beugsam bedeutet. Der ÖGB und die Gewerkschaften werden einer Flexibilisierung nicht zustimmen“, erklärt Leist abschließend.

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Kommentare: 1

  • #1

    Karolin (Freitag, 03 September 2010 17:18)

    Der Konsum der Büger und Bürgerinnen sind neben den Investitionen ein starker Pfeiler für das Wohl der Wirtschaftskraft Österreichs. Dennoch haben wir aber auch keine hohe Inflation oder etwa höhere notwendige Ausgaben für die Grundnahrungsmittel zu verzeichnen. Und damit einherr geht das man nicht einfach die Löhne erhöhen kann bloß weil der Wirtschaftmotor schwächelt, denn damit kommen wir bloß in eine Lohn-Preis-Spirale und das bringt keiner Seite etwas.
    Natürlich kann man über faire Löhne nicht streiten aber meiner Ansicht nach liegen diese auch vor.
    Und das besondere Unterschiede bei den Frauen zu verzeichnen sind, ist ja ein alt bekanntes Thema. Welches man bis heute immer noch nicht aus der Welt schaffen konnte.

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