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01

Sep

2010

FAIR TEILEN Informationstag zum Thema Jung und Alt in Lienz

v.l.n.r.: Philip Wohlgemuth (ÖGB Landesjugendsekretär), Lukas Kostenzer (GPA-djp Jugendfunktionär), Willi Lackner (ÖGB Regionalvorsitzender) v.l.n.r.: Philip Wohlgemuth (ÖGB Landesjugendsekretär), Lukas Kostenzer (GPA-djp Jugendfunktionär), Willi Lackner (ÖGB Regionalvorsitzender)

Am 30. August 2010 räumten ÖGB MitarbeiterInnen und FunkionärInnen vor dem Lienzer Dolomitenbades über Vorurteile zwischen Jung und Alt auf. „Vorurteile gibt es von beiden Seiten. Das Problem: Solange sich Alte und Junge gegenseitig als eine Art von Sozialschmarotzern beschimpfen, spielen sie nur denjenigen in die Hände, die beiden Gruppen etwas wegnehmen wollen. Solange gestritten wird, ob die Kids oder die Pensis weniger vom Sozialstaat bekommen sollen, wird schön davon abgelenkt, wo es wirklich was zu holen gäbe: von den Reichen“, so der Osttiroler ÖGB Vorsitzende Willi Lackner im Zuge der Verteilaktion des ÖGB in Lienz.

ÖGB Landesjugendsekretär Philip Wohlgemuth deckt Vorurteile auf: „Die Pensionisten machen sich auf unsere Kosten einen schönen Lebensabend. Nur studieren und nix arbeiten, aber sich von den Alten aushalten lassen. Genau solche missinterpretierten Dinge kursieren in unserer Gesellschaft. Dabei ist doch ganz klar: Fast alle gehören mal zu den Gebern und mal zu den Nehmern. Als Kinder, während der Ausbildung und in der Arbeitslosigkeit sind wir Nettoempfänger, im Erwerbsalter zahlen wir in das Sozialsystem ein, und in der Pension gehören viele von uns wieder zu denen, für die der Staat etwas zuschießt. Bei kranken und pflegebedürftigen Menschen ist der Bedarf nach öffentlicher Finanzierung natürlich höher.“

 

Ein gerechtes Pensionssystem wird auch in Zukunft leistbar sein. "Unser Ziel ist ein Gesamtpaket. Wir brauchen in allen Pensionsarten mehr Gerechtigkeit", sagt Willi Lackner. "Wir halten gar nichts davon, jetzt mit der Aussage, die Pensionen seien in Zukunft nicht mehr finanzierbar und würden auf Kosten der Jungen gehen, schon wieder den Generationenkonflikt zu schüren."

 

„Auf der anderen Seite muss es auch den PensionistInnen recht sein, wenn die Jungen „nix hackeln“, sondern gut ausgebildet werden, denn das erhöht deren spätere Einkommen, somit auch ihre Steuern und Versicherungsleistungen – und die Pensionen sind wieder ein Stück sicherer“, erklärt Wohlgemuth.

 

Die Forderungen des ÖGB Tirol sehen wie folgt aus:
- Sicherung des Umlage-Pensionssystems
- Gerechtes System für alle Pensionsarten: gleiche Beiträge für alle
- unbefristete Regelung für Menschen, die 45 bzw. 40 Jahre Beiträge geleistet haben
- Reform von Schwerarbeits-, Invaliditäts- und Berufsunfähigkeitspension
- Arbeitslosengeld bis zum Regelpensionsalter statt vorzeitigen Pensionsantritt ermöglichen
- Wertsicherung der Pensionen durch jährliche Erhöhungen
- Pensionskassen: garantierter Mindestertrag
- Wahl- und Wechselmöglichkeit zwischen Pensionskassen
- Intensivere Aktivierungsmaßnahmen für Ältere am Arbeitsmarkt
- Verbesserung des Zuganges zu Aus- und Weiterbildung
- Gemeinsame Schule für alle 6- bis 15-Jährigen
- Berufs- und Bildungswegorientierung in der 6. bis 8. Schulstufe
- SchülerInnen nach ihren Stärken und Fähigkeiten optimal und individuell fördern
- Aufstockung der überbetrieblichen Ausbildungsplätze
- garantierte Umsetzung der Ausbildungsgarantie
- Verkürzung der Probezeit für Lehrlinge auf einen Monat
- Verlängerung der Behaltezeit nach dem Lehrabschluss auf sechs Monate

 

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