Do
26
Aug
2010
Gewerkschaften weiterhin gegen Milch-Fusion
ÖGB geht von mehreren Kündigungen aus – Sozialplan wird bei Fusion stehen. Dass der Vorstand der Tirol Milch für eine Fusion mit Bergland gestimmt hat, ist für den ÖGB und der Produktionsgewerkschaft wenig überraschend. GewerkschafterInnen rechnen entgegen Lindners Aussagen mit weit mehr als 40 Kündigungen. „Der Versuch Braunshofers MitarbeiterInnen zu beruhigen und gleichzeitig von 40 Kündigungen 2011 zu sprechen würde ich als Verhöhnung bezeichnen. Wir schließen uns den Aussagen Tiroler LandespolitikerInnen an und sprechen uns gegen eine Fusion aus“, erklärt der gf. Tiroler ÖGB Vorsitzende Otto Leist.
Managementfehler und Standortschließung bedeuten weit reichend negative Folgen
Weitreichende Folgen könnte auch die Schließung des Lienzer Standortes haben meint Hans Ofner von der Produktionsgewerkschaft: „Die Schließung wird nicht nur die rund 20 MitarbeiterInnen in Lienz
treffen sondern auch Bauern vor Ort. Maßgeblich für die momentane Situation der Tirol Milch sind die offenbaren Managementfehler in der Führungsetage. Bei einer qualitativ hochwertigeren
Besetzung würde die Situation jetzt ganz anders ausschauen“, erklärt Ofner.
Gutachten durch KV-Arbeitgeberverhandler bedenklich
Als besonders unglückliche Wahl zu Begutachtung hinsichtlich einer möglichen Fusion ist laut Leist der Raiffeisenverband: „Den Verhandlungsführer der Arbeitgeberseite als Begutachter zu bestellen
ist eine sagen wir mal gelinde ausgedrückt bedenkliche Wahl. Eine unabhängige Begutachtung wäre da schon seriöser gewesen“, meint Leist.
Sozialplan wird bei möglicher Fusion stehen
Betriebsräte und Gewerkschaften werden auf jeden Fall Sozialpläne für Betroffene für den Fall einer Fusion ausarbeiten. „Dazu wären Informationen über weitere Vorgehensweisen sehr hilfreich.
Vorstand und Management sollten mehr auf ihre Belegschaft zugehen und mit ihrem Personal enger zusammenarbeiten. Im Fall der Übersiedlung des Innsbrucker Personals nach Wörgl vergangenes Jahr hat
schon gezeigt, dass da grobe Mängel vorhanden sind. Hier fehlt noch bis heute ein Betriebsübersiedlungskonzept seitens des Managements“, erklärt Produktionsgewerkschaftssekretär Dr. Paul Part.
2 Cent mehr pro Kilo Milch bringt nur kurzfristig Erfolg
Hans Ofner warnt Landwirte davor, das Angebot der Berglandmilch zu überbewerten: „Zwei Cent pro Kilo Milch mehr wird kurzfristig die Kassen einiger Milchbauern füllen, langfristig aber schaden.
Ganz besonders wird das Image der so oft verkündeten ‚Regionalität’ der Tiroler Bauernprodukte darunter leiden. Eine Zustimmung der Bauern würde genau dieses Bekenntnis ad absurdum führen.“


