Fr
20
Aug
2010
Koschin: „Weder Abbruch der Arbeitszeitgespräche noch überzogene Forderungen seitens der Gewerkschaften“
Besonders ärgerlich findet der Tiroler PRO-GE Landessekretär Robert Koschin die Aussagen Michael Schwarzkopfs, wonach er hinsichtlich der KV-Verhandlungen im Herbst mit vermehrtem Einsatz von LeiharbeiterInnen droht. „Zudem weise ich darauf hin, dass nicht wir die Verhandlungen über die Arbeitszeit abgebrochen haben, sondern die Arbeitgeberseite. Diese sind keinen Millimeter von ihren Forderungen abgerückt, hinter denen nur die Streichung von Überstundenzuschlägen und Arbeitszeit-Verlängerungen stecken. Die Wirtschaftskammer und auch die Industriellenvereinigung müssen sich jetzt angesichts des von ihnen erwähnten Wirtschaftsaufschwunges loyal gegenüber allen ArbeitnehmerInnen verhalten. Beschäftigte im Industriebereich haben ein Recht am Konjunkturaufschwung mitzunaschen, weil sie maßgeblich dazu beigetragen haben“, erklärt Koschin.
Die Verhandlungen um die Arbeitzeit wurden losgelöst von den KV-Verhandlungen Anfang bis Mitte des Jahres ausverhandelt. „Der Vorschlag der UnternehmervertreterInnen, der in keiner Weise an unsere Forderungen angepasst wurde, erwies sich rasch als Etikettenschwindel. Die bisherigen Vorschläge der Arbeitgeber zielen aber darauf ab, Auftragsschwankungen allein durch die ArbeitnehmerInnen auszugleichen und wälzen somit ihre unternehmerische Verantwortung auf Beschäftigte ab. Diese sollen bei vollen Auftragsbüchern Überstunden leisten, die bei schwacher Auftragslage nur 1:1 abgebaut werden sollen. Eine solche Lösung ist für uns nicht zielführend. Unser Ziel sollte die faire Verteilung von Arbeit sein, damit Arbeitsplätze geschaffen und Arbeitslosigkeit verhindern werden ", ist Robert Koschin überzeugt.
Als verfehlt sieht der Tiroler PRO-GE Landessekretär Robert Koschin die Tatsache, dass versucht wird trotz Wirtschaftsaufschwungs weiter am Rücken der ArbeitnehmerInnen Eigeninteressen durchzudrücken. „Diese haben mit Einsatz, Loyalität und Einkommenseinbußen in Form von Kurzarbeit und der Streichung von Überstunden Weichen für die positive Entwicklung gelegt und müssen im Herbst den Lohn in Form von fairen KV-Verhandlungen bekommen. WK und IV sollten nicht vergessen, dass Menschen durch faire Einkommen konsumieren und damit die Wirtschaft in ihrem Aufschwung stützen.“
Als geschmacklos bezeichnet Koschin die Androhung vermehrt auf LeiharbeiterInnen (ZeitarbeiterInnen) zu setzen. „Leiharbeit bringt erhöhtes Unfallrisiko, Arbeitsplatzverlustrisiko, in der Regel kürzere Kündigungsfristen, vielfach weniger Einkommen und schlechtere Arbeits- und Rahmenbedingungen sowie unsichere Lebensplanung mit sich“, so Koschin abschließend.


