Mi
21
Jul
2010
Leist: „BankmanagerInnen beißen Hand, die sie füttert“
Als eine ungeheuerliche Frechheit bezeichnet der gf. Tiroler ÖGB Vorsitzende Otto Leist die Drohungen des Bank Austria Vorstandsvorsitzenden Willibald Cernko, tausende Arbeitsplätze im Bankensektor abzubauen. „Zuerst verspielen Bankenmanager Unmengen an Geldern, dann bedienen sie sich Steuergeldern um den Schaden wieder gut zu machen, nutzen die Gruppenbesteuerung um mit über 1 Milliarde Euro Gewinn keine Steuer zu bezahlen und jetzt drohen sie mit Personalabbau. Fairness scheint in den Köpfen der Manager keinen Platz zu finden. Ganz im Gegenteil: Man bestraft jene, die mit ihren Steuern einen Beitrag zu den Banken-Unterstützungsmilliarden geleistet haben, indem man ihnen mit Kündigungen droht. BankmanagerInnen beißen damit die Hand, die sie füttert“, ärgert sich Otto Leist.
Das Vorgehen Cernkos ist sicher kein geeignetes Instrument, um gemeinsam eine gute Zukunftsperspektive zu entwickeln. „Die MitarbeiterInnen haben in den Krisenjahren enorm viel geleistet und stehen noch immer an der Front, wenn es darum geht, verunsicherte und verärgerte Kunden zu beruhigen und das Geschäft geordnet weiter zu führen. Gerade dieses wichtigste Kapital einer Bank jetzt mit Droh- und Schreckensszenarien zu verunsichern, ist für die Zukunft der Bankinstitute zweifellos extrem kontraproduktiv“, erklärt Leist.
"Statt zu drohen, sollten die verantwortlichen Manager in den Banken die in den letzten Jahren durch den Arbeitsdruck enorm gestiegenen gesundheitlichen Probleme der Beschäftigten ernst nehmen und die im Kollektivvertrag vereinbarten Maßnahmen endlich angehen. Statt den Druck ständig zu erhöhen wäre es Aufgabe der Führung, mit den verantwortlichen Politikern in Österreich und auch der europäischen Union, die geplanten Maßnahmen sinnvoll und gerecht auszuverhandeln. Auch die Drohungen in Richtung KundInnen, dass sich die Leistungen massiv verschlechtern würden, wirken in meinen Augen kontraproduktiv", so der gf. Tiroler ÖGB Vorsitzende abschließend.

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