Di
06
Jul
2010
SPÖ und FSG ziehen Halbzeitbilanz ihrer Veranstaltungsreihe zum Europäischen Jahr gegen Armut und soziale Ausgrenzung
Rund 16.000 Menschen sind laut der Österreichischen Gesellschaft für Politikberatung und Politikentwicklung (ÖGPP) in Innsbruck armutsgefährdet. 9.300 sind dauerhaft arm. „Armut wird ausgegrenzt und stigmatisiert. Armut versteckt sich. Deshalb haben sich SPÖ und FSG Innsbruck heuer zum Ziel gesetzt, im Rahmen einer Veranstaltungs- und Aktionsreihe die Armut und die Ausgrenzung in der Stadt Innsbruck in den Brennpunkt zu rücken“, so SPÖ-Stadträtin Marie-Luise Pokorny-Reitter, SPÖ-Landtagsvizepräsidentin Gabi Schiessling und FSG-Vorsitzender Otto Leist.
Bisher wurden drei Veranstaltungen (Kommunale Armutsbekämpfung am Beispiel von Kapfenberg, Einkommenssituation der Innsbrucker ArbeitnehmerInnen, Armut und Krankheit), eine Straßenaktion (Flucht
nach Österreich) und eine Lehrlingsaktion (Mentoring-Projekt der SPÖ Innsbruck) durchgeführt.
Forderung: Aktiv-Karte
„Arm ist nicht nur, wer in Pappschachteln am Bahnhof übernachtet. Armut verhindert die Teilnahme am Alltagsleben. Arm ist, wer nicht bzw. kaum die Möglichkeit hat, in einem Mindestmaß in
zentralen gesellschaftlichen Bereichen der Stadt teilzunehmen. Ähnlich wie in Kapfenberg braucht es auch in Innsbruck eine Aktiv-Karte, die es auch niederen Einkommensschichten in der Stadt
erlaubt, am kulturellen, gesellschaftlichen und sportlichen Leben teilzunehmen“, fordert Pokorny-Reitter.
Vermögen besteuern
„Ein-Eltern-Haushalte, Mehrpersonenhaushalte mit drei und mehr Kindern, alleinlebende PensionistInnen, Personen ohne EU/EFTA-Staatsbürgerschaft sowie Personen mit Pflichtschule als höchstem
Abschluss haben in Innsbruck das höchste Risiko, von Armut betroffen zu sein“, so Otto Leist. Um die soziale Schieflage auszugleichen, müsse die Vermögenssteuer angehoben und eine
Finanztransaktionssteuer eingeführt werden. „Die ArbeitnehmerInnen tragen die Hauptlast bei der Beseitigung der Folgen der Wirtschafts- und Finanzkrise, während die Unternehmer von Steuerlücken
und Sonderentlastungen profitieren“, so Leist.
Bildung und Gesundheit
„Menschen, die in Armut leben, sind doppelt so oft krank wie Nicht-Arme. Besonders betroffen sind Kinder, Langzeitarbeitslose. Fehlende Bildung bringt oft schlechte Arbeitsbedingungen und wenig
Einkommen mit sich, was wiederum den Gesundheitszustand schwer beeinträchtigt. Besonders aufmerksam muss mit der Gesundheit von Frauen umgegangen werden: Doppel- und Dreifachbelastung gefährden
Frauen gesundheitlich“, warnt Gabi Schiessling.
Weitere Veranstaltungen bzw. Aktionen in der Reihe „Im Brennpunkt“ sind für das zweite Halbjahr geplant:
12.08.: „Keine Diskriminierung von Menschen mit gleicher sexueller Orientierung“
23.09.: „Abenteuer Selbständigkeit - ein Weg in die Armut“
20.10.: „Armutsfalle Bildung“
19.11.: „Integration steckt in den Kinderschuhen“
