Do
20
Mai
2010
Otto Leist: „Sozialneid nützt nur den Reichen“
Die Jugendarbeitslosigkeit in Tirol ist zwar um 5,3 Prozent zurückgegangen, allerdings sind noch immer 4.705 TirolerInnen unter 24 Jahre arbeitslos. Gleichzeitig sind die Pensionen erhöht worden und schon wird eine Sozialneiddebatte seitens der Wirtschaft angeheizt. „Wir dürfen uns nicht gegeneinander ausspielen lassen. So lange gestritten wird, wem wir Sozialleistungen wegkürzen sollen, wird nur davon abgelenkt, dass eigentlich die Reichen am effizientesten etwas zur Budgetsanierung beitragen können. Wir sollten uns mehr auf die FAIRteilungsgerechtigkeit konzentrieren“, appelliert der geschäftsführende Tiroler ÖGB Vorsitzende Otto Leist auf.
Dass Mindestpensionen erhöht wurden ist für den gf. ÖGB Vorsitzenden unbedingt notwenig: „Es ist notwenig, dass vor allem die MindestpensionistInnen ihren Lebensstandard sichern können. Traurig ist die Tatsache, dass es insgesamt immer weniger gute Vollzeit- Arbeitsplätze gibt, unter dem insbesondere Jugendliche leiden und vor allem leiden werden. Sie waren ohnehin schon die Ersten, die unter der Krise leiden mussten und statt Fixanstellungen öfters als Leiharbeiter am Arbeitsmarkt aufzufinden waren und sind. Leider bestätigt sich auch die Faustregel, je schlechter die Ausbildung, desto schlimmer die Situation. Aber auch gut Ausgebildete sind von dieser Entwicklung nicht mehr gefeit“, so Otto Leist.
Um der aktuell schlechten Entwicklung entgegenzusteuern fordert der Tiroler ÖGB Landesjugendsekretär Philip Wohlgemuth eine Bildungsreform auf den Plan zu rufen: „Junge Menschen brauchen gute Ausbildung, und zwar in öffentlichen Bildungseinrichtungen. Das Einkommen der Eltern ist leider noch immer entscheidend, und die Kinder werden mit nur zehn Jahren in Hauptschulen und Gymnasien aufgeteilt. Die Schule der Zukunft muss eine gemeinsame sein, für alle 6- bis 15-Jährigen.“
Das Frauenpensionsalter rascher anzuheben kommt für Otto Leist nicht in Frage: „Mitten in der Krise, wo die Arbeitslosigkeit so hoch ist wie seit Ewigkeiten nicht, ist das ein riesiger Blödsinn. Die Arbeit ist knapp, und sie muss gerecht verteilt werden. Eine Arbeitszeitverkürzung ist notwendig, dann haben auch Junge die Chance auf einen Job. Am Beispiel Voest, sieht man, wie es funktionieren kann“, so der gf. Tiroler ÖGB Vorsitzende abschließend.

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