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12

Mai

2010

Leist: „Wir müssen auch im Unterland FAIR TEILEN“

Breite Umverteilung ist für den ÖGB und die Gewerkschaften Schwerpunkthema im Jahr 2010. Die Wirtschaft erholt sich, Aktienkurse steigen, die Arbeitslosigkeit aber auch. So sind in der Region Unterland 9.156 Menschen ohne Arbeit. „Wir müssen jetzt die richtigen Lehren aus der Krise ziehen. Es geht um einen Systemwechsel mit mehr Beiträgen von Vermögenden zum Gemeinwohl“, fordert der geschäftsführende Tiroler ÖGB Vorsitzende Otto Leist mehr FAIRteilungsgerechtigkeit.

Aus diesem Grund zieht der Leiter der volkswirtschaftlichen Abteilung im ÖGB, Georg Kovarik, quer durch Österreich um BetriebsrätInnen und PersonalvertreterInnen über die Risiken einer falsch verteilten Budgetsanierung zu informieren. „Die Anhebung der vermögensbezogenen Steuern in Österreich zumindest auf Europäisches Niveau würde 4 Milliarden Euro ins Budget bringen. Das wäre nicht nur kurzfristig ein Beitrag zur Budgetsanierung, sondern langfristig auch der dringend fällige Beitrag von Vermögenden zur Sicherung der Sozialsysteme“, so Kovarik in Wörgl.

 

In Österreich gibt es die höchste Besteuerung der Lohnsumme in Europa, eine Korrektur dieser Schieflage ist dringend notwendig. Daher fordert Kovarik eine Wertschöpfungsabgabe: „Neben der Lohnsumme soll auch die Wertschöpfung des Betriebes, wie zum Beispiel die Gewinne, Fremdkapitalzinsen, Abschreibungen sowie Mieten als Bemessungsgrundlage dienen. Durch die Verbreiterung der Bemessungsgrundlage ist die Belastung der Lohnsumme dann geringer.“

 

Um die regionale Arbeitslosigkeit in Kitzbühel (2.825 Arbeitslose), Kufstein (3.238 Arbeitslose) und Schwaz (3.093 Arbeitslose) in Griff zu bekommen bietet es sich an, Arbeit FAIR zu teilen. „Beschäftigte, ob Vollzeit, Teilzeit, oder Geringfügig und Arbeitslose sind keine GegnerInnen, sie alle sitzen im selben Boot. Sieht man sich die jährlich geleisteten Überstunden an, kommt man zu dem Schluss: Es ist genug Arbeit für alle da“, so der ÖGB Regionalvorsitzende Unterland Hubert Scheiber.

 

„Es wird in der Region Unterland in den nächsten Jahren viele Bereiche geben, in denen wir neue Jobs dringend brauchen, in Gesundheit, Pflege und Betreuung. Dafür muss man jetzt Geld in die Hand nehmen, für die Ausbildung sorgen, die Einrichtungen bauen und diese Jobs auch angemessen bezahlen“, fordert Scheiber.

 

„Die Menschen haben mit Arbeitslosigkeit, Kurzarbeit und Einkommensverlusten schon genug Beiträge zur Bewältigung der Krisenkosten geleistet, nun sind andere dran. Der ÖGB und seine Gewerkschaften werden nicht müde ihre Botschaften quer durchs Land an die Menschen zu bringen. Ganz im Interesse der ArbeitnehmerInnen und deren Zukunft“, appelliert Otto Leist abschließend.

 

Alle weiteren Infos zum Thema FAIR TEILEN gibt’s auf der Website www.fairteilen.at oder beim ÖGB.

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