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28

Apr

2010

vida Tirol stellt Weichen für die Zukunft

Die Gewerkschaft vida Tirol stellt im Zuge der heutigen vida-Landeskonferenz die Weichen für die Zukunft. Günter Mayr wird in den kommenden vier Jahren als Vorsitzender der „Lebensgewerkschaft“ im Tiroler Raum die mehr als 10.000 vida-Mitglieder in den Bereichen Verkehr, Soziale und Persönliche Dienste, Gesundheitsberufe und Private Dienstleistungen betreuen. Mayr ist laut Rudolf Kaske (vida-Bundesvorsitzender) und Wilhelm Haberzettl (stv. vida-Bundesvorsitzender) die ideale Wahl in für Tiroler ArbeitnehmerInnen arbeitsmarkttechnisch schwierige Zeiten.

Mit voller Kraft voraus
Der neue und alte Tiroler vida Vorsitzende Mayr ist voller Tatendrang: „Es ist meine Art Probleme aller TirolerInnen, die in vida Bereichen arbeiten, sofort anzupacken und Lösungen zu finden. So ist auch unser Standpunkt, dass das Tiroler Rettungsgesetz welches soeben neu ausgeschrieben wurde zu keinerlei Nachteilen für Beschäftigte führen darf. Wir legen uns als Gewerkschaft und Sozialpartner in allen Belangen quer, wenn Arbeitsplätze verloren gehen, Arbeitsbedingungen verschlechtert werden oder die Qualität bei der Ausbildung zurückgeht. Schließlich will man in Notfällen Profis am Werk haben und das muss auch garantiert werden“, appelliert Mayr.

 

Mayr erwartet sich in der Tourismusbranche auch ein Zugeständnis an die Beschäftigten: „Wir entnehmen den Medien, dass der Tourismus auch in Zeiten der Krise bestehen konnte. Das ist ganz alleine der Verdienst der bis zu 42.000 Tiroler TourismusmitarbeiterInnen. Diese müssen jetzt belohnt und die schlechten Arbeitsbedingungen sowie die unterdurchschnittliche Entlohnung den Leistungen angepasst werden“, so Günter Mayr.

 

Gib der Gewalt im Job keine Chance“
Ein bundesweite wichtiger Baustein der Gewerkschaft vida ist die Initiative „Gib der Gewalt im Job keine Chance“! Damit will vida-Bundesvorsitzender Rudolf Kaske auf die steigende Gewalt in der Berufswelt aufmerksam machen. „Wir wollen aufzeigen, dass tägliche Gewalt in den Betrieben keine Seltenheit mehr ist. Die Gewerkschaft vida will Betriebsräten und Beschäftigten Mut machen, gegen die Gewalt aktiv zu werden. Besonders Betriebe und PolitikerInnen müssen in diesem Bereich wesentlich mehr tun“, so Kaske.

 

Sozialmilliarde
Kaske fordert eine Sozialmilliarde für ein flächendeckendes, bedarfsgerechtes Angebot an Gesundheits- und Sozialdiensten, die Schaffung zukunftssicherer Arbeitsplätze sowie attraktivere Arbeitsbedingungen und eine faire Bezahlung für die etwa 200.000 Beschäftigten in diesem Bereich.


ÖBB - Service, Qualität, Pünktlichkeit und Verlässlichkeit in den Mittelpunkt
"Wir müssen den Marktbereich bei den Bahnen wieder in den Mittelpunkt stellen", fordert der Vorsitzende der vida-Sektion Verkehr und ÖBB-Konzernbetriebsratschef Wilhelm Haberzettl. Service, Qualität, Pünktlichkeit und Verlässlichkeit der Bahn gehören wieder ins Zentrum gerückt. "Wir waren in letzter Zeit mehr Baufirma als Beförderungsunternehmen", meint Haberzettl. Derzeit fielen die Entscheidungen sehr baubereichslastig: "Der Kunde bleibt auf der Strecke". Sein Wunsch an die neue ÖBB-Führung: Das Management müsse so agieren, "dass der Kunde im Vordergrund steht, nicht die Baufirma".

 

Mit der Strukturreform 2004 seien die ÖBB in die "schlimmste überhaupt vorstellbare Situation" getrieben worden, prangert Haberzettl die Bahnreform der schwarz-blauen Regierung an. Die zahlreichen Beschwerden von Kunden an der Bahn zeigten das Strukturproblem auf: "Wenn Unanständigkeiten im Betriebsalltag zur Regel werden, sind das Managementfehler". Es gebe gar keine Möglichkeiten mehr, flexibel auf Zugverspätungen oder andere Probleme zu reagieren, weil bei Personal und Betriebsmitteln zu viel gekürzt worden sei: "Hier wurde am falschen Platz gespart".

 

Die Kritik am niedrigen Pensionsantrittsalter bei den ÖBB will der Gewerkschafter so nicht im Raum stehen lassen. "Huber und Nigl waren die fleißigsten Zwangspensionierer der ÖBB", verweist er auf den ehemaligen Bahnchef und den früheren Personalchef der Bahn. So seien MitarbeiterInnen in Pension geschickt worden, die Leistungen dann privatisiert und die Arbeit privat vergeben. Auch sei die frühe Pension für die Betroffenen finanziell kein gutes Geschäft: Wer etwa mit 52 in den Ruhestand geschickt werde, habe 17 bis 20 Prozent Abschläge auf die Pension zu verkraften - und zwar auf ewig. Die neue Vorgabe von Infrastrukturministerin Doris Bures, das Pensionsantrittsalter bei der Bundesbahn jährlich um ein Jahr anzuheben, hält Haberzettl für durchaus machbar.

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