Mo

12

Apr

2010

Tiroler beraten bei Metallindustrie und Bergbau-Betriebsrätekonferenz in Vösendorf

Eine 30-köpfige Delegation aus den wichtigsten Tiroler Metallindustriebetrieben ist Teil der morgigen Betriebsrätekonferenz der PRO-GE (Produktiongewerkschaft) gemeinsam mit der GPA-djp (Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalimus, Papier) in Vösendorf. Gesprächsthema sind die zähen Verhandlungen rund um die Arbeitszeitflexibilisierung in Metallindustrie und Bergbau. „Bereits seit dem Vorjahr laufen die Gespräche zur Flexibilisierung der Arbeitszeit. Flexibilität ist grundsätzlich nichts Schlechtes und oftmals sogar erforderlich. Worauf es bei der Flexibilisierung von Arbeitszeiten ankommt, ist die Frage, ob sie zu fairen Bedingungen für die ArbeitnehmerInnen stattfindet“, so der Tiroler Landessekretär der Gewerkschaft PRO-GE Robert Koschin und der Tiroler Regionalgeschäftsführer der GPA-djp Gerhard Schneider.

„Für die Gewerkschaft steht fest: Jede neue Regelung muss auch für die Beschäftigten Vorteile bringen. Wenn hinter der Überschrift Arbeitszeit-Flexibilisierung nur die Streichung von Überstundenzuschlägen und Arbeitszeit-Verlängerungen stecken, wird es mit uns keine Vereinbarungen geben", so Gerhard Schneider.

 

Schon jetzt gibt es im Kollektivvertrag für die Metallindustrie und den Bergbau zahlreiche Möglichkeiten, Arbeitszeiten flexibel zu gestalten. Viele dieser Möglichkeiten werden von den Betrieben nicht genutzt. „Darüber hinaus gilt in den Betrieben eine Vielzahl maßgeschneiderter Vereinbarungen, die zur Zufriedenheit aller Beteiligten funktionieren. Leider gibt es aber auch Unternehmen, die das geltende Arbeitsrecht als unverbindliche Empfehlung betrachten. Derartige Verhältnisse wird die PRO-GE nicht dulden: Gesetze und der Kollektivvertrag sind einzuhalten“, erklärt Koschin.

 

In Betrieben, wo weitergehender Bedarf an Flexibilisierungen besteht, zeigt sich die Gewerkschaft für neue und innovative Modelle natürlich weiterhin gesprächsbereit. Voraussetzung dafür ist, dass Vor- und Nachteile gerecht verteilt werden. Die bisherigen Vorschläge der Arbeitgeber zielen aber darauf ab, Auftragsschwankungen allein durch die ArbeitnehmerInnen auszugleichen. Die Beschäftigten sollen bei vollen Auftragsbüchern Überstunden leisten, die bei schwacher Auftragslage 1:1 abgebaut werden sollen. Eine solche Lösung ist für die Gewerkschaft nicht zielführend. "Unser Ziel sollte die faire Verteilung von Arbeit sein, damit mehr Arbeitsplätze geschaffen werden", sind Koschin und Schneider überzeugt.

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