Mo
01
Feb
2010
Otto Leist: „Wir fordern höheres Arbeitslosengeld“
Bis dato haben Regierungen auf Länder und Bundesebene einige Schritte zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit gesetzt. „Dabei darf man sich nicht auf den eigenen Lorbeeren ausruhen. Die Arbeitslosigkeit in Tirol wird in den kommenden Monaten weiterhin ansteigen und deshalb sind Bund und Land aufgefordert weitere Gelder zur Absicherung bei Arbeitslosigkeit locker zu machen und in Zukunftsjobs im Pflege- und Sozialbereich zu investieren “, so der AK-Kammerrat und Tiroler FSG Vorsitzende Otto Leist.
Die Arbeitslosigkeit in Tirol beträgt mehr als sechs Prozent. Laut jüngsten Berichten ist der Ansturm auf das AMS ungebrochen (Anstieg 94 Prozent im Vergleich zum Vorjahr). „Es ist enorm wichtig, in die Qualifizierung aller TirolerInnen zu investieren, gleichzeitig muss aber auch eine ausreichende Absicherung bei Arbeitslosigkeit gegeben sein. Die Menschen verlieren ja nicht absichtlich ihren Job. Die aktuelle Berechnung von Arbeitslosengeld und Notstandshilfe ist leider nicht immer gerecht und viel zu wenig“, so der Kammerrat der Tiroler Arbeiterkammer Otto Leist.
Die FSG Tirol fordert deshalb eine Anhebung des Arbeitslosengeldes von derzeit 55 Prozent auf mindestens 65 Prozent des letzten Nettoeinkommens. Die Anrechnung des Partnereinkommens gehört bei der Notstandshilfe schnellstmöglich abgeschafft.
Otto Leist fordert die Politik auf, auch in Zukunftsjobs zu investieren. „Bisher gibt’s nur große Töne und Lippenbekenntnisse zum Ausbau und Sicherung in Pflege- und Sozialeinrichtungen. Leider tritt sogar häufig das Gegenteil ein, wie zuletzt auch der Vorstoß zur Ausgabenreduktion bei den Tagesmüttern gezeigt hat. Angesichts der Veränderungen in unserer Gesellschaft muss eine Ausweitung des Angebotes zur Pflege und Betreuung unserer Jüngsten aber auch der Älteren das Gebot der Stunde sein. Einzig und alleine auf die Ausbildung des Berufszweiges zu investieren wird zu wenig sein. Der Sozial- und Pflegebereich entwickelt sich angesichts des hohen Arbeitsdrucks und der mäßigen Entlohnung immer mehr zu einer Fluchtbranche. Um die Qualität der Betreuung zu sichern, muss mehr Geld für eine Aufstockung des Personals und für eine faire Entlohnung der Beschäftigten her“, so Otto Leist abschließend.

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