Di
19
Jan
2010
Im Tagesmütterbereich zu sparen ist ein Schritt zurück
Der Tiroler ÖGB Vorsitzende Gerhard Schneider ist entsetzt über die Reduktion des Förderbudget von 400.000 für die Tagesmütter seitens des Landes. „In diesem vom Landeshauptmann als Zukunftsbranche in der Tiroler Arbeitswelt hoch gelobten Arbeitsfeld Einsparungen vorzunehmen ist kontraproduktiv. Gerade im Bereich der Kinderbetreuungseinrichtungen müssen finanzielle Zuschüsse forciert und nicht reduziert werden“, kritisiert der Tiroler ÖGB Vorsitzende Gerhard Schneider.
„Das Vorgehen der Tiroler Landesregierung stempelt Frauen, welche großteils in der Berufssparte tätig sind, als Arbeitsreservistinnen ab. Es vermittelt mir den Eindruck als wolle man Frauen nur dann in die Berufswelt locken, wenn der Arbeitsmarkt was hergibt und versucht in schlechten Zeiten ganz nach alter Tradition diese wieder hinter den Herd zu schicken“, ärgert sich Schneider.
„Wenn weniger finanzielle Mittel für ein zukunfts- und frauenorientiertes Berufsfeld zur Verfügung gestellt werden, bedeutet dass Konsequenzen für einige der 251 Tagesmütter, welche sich aufopferungsvoll um mehr als 900 Tiroler Kinder kümmern. Dass die Senkung des Satzes pro Kind um 36 Euro auf 190 gesenkt wird ist nicht finanzierbar, speziell wenn die Qualität gewährleistet werden soll. Da wird es zwangsläufig zu gehaltlichen, arbeitsumfangtechnischen und qualitativen Einbrüchen kommen“, so Schneider.
Letztendlich wird das Vorgehen der verantwortlichen Tiroler PolitkerInnen maßgeblichen Anteil daran haben, dass Einkommensunterschiede zwischen Frauen und Männern weiter anwächst. „Wenn man für diesen von Frauen dominierten Bereich nicht gewillt ist finanzielle Mittel locker zu machen, braucht man sich bei der Veröffentlichung von Einkommensunterschieden nicht mehr herausreden, oder Teilzeitbeschäftigungsverhältnisse als Ausrede vorschieben. Jede(r) im Entscheidungsprozess eingebundene PolitikerIn hat dafür gerade zustehen und wird sich dann der Verantwortung stellen“, so Schneider abschließend.
