Fr
08
Jan
2010
Die Herausforderungen 2010
Bei der FSG-Bundesfraktionskonferenz 2009 wurde ein ehrgeiziges Forderungsprogramm beschlossen, das in den nächsten Jahren umgesetzt werden muss - im Interesse der ArbeitnehmerInnen. "Angesichts
der aktuellen Entwicklung am Arbeitsmarkt zeigt sich, wie wichtig es war, nach der Nationalratswahl im September 2008 bei den Koalitionsverhandlungen auf wesentlichen Forderungen der FSG zu
beharren."
Das war eine der zentralen Aussagen des Tätigkeitsberichtes bei der Bundesfraktionskonferenz am 30. Juni 2009. Letztendlich war es die Durchsetzungsfähigkeit der FSG, die zur außerplanmäßigen Fraktionskonferenz geführt hat. Die Arbeitsmarktagenden wanderten nach Jahren wieder ins Sozialministerium, und mit Rudolf Hundstorfer steht gleich auch ein ÖGB-Präsident an der Spitze eines der wichtigsten Ministerien.
Geprägt war das Jahr 2009 von einer der schwersten Krisen seit Bestehen der Zweiten Republik. Die Arbeitslosigkeit explodierte und konnte durch zahlreiche Maßnahmen aus dem Forderungskatalog der FSG gegen Jahresende zumindest abgefedert werden. Die neue Kurzarbeitsregelung sowie Sofortaktionen im Jugendbereich haben ihre Wirkung gezeigt.
Weniger erfreulich waren die Ergebnisse der Wahlen im Jahre 2009. Ob es nun die Wahlen zur Arbeiterkammer, zum EU-Parlament, in Oberösterreich oder letzendlich bei den Personalvertretungswahlen des öffentlichen Dienstes waren, die Sozialdemokratie konnte die Jahre davor dazugewonnenen WählerInnen nicht halten. Besonders bitter dabei, dass viele ArbeitnehmerInnen den hetzerischen Parolen der FPÖ erlegen sind.
Personell neu aufgestellt
Die Durchsetzungskraft der FSG führte schließlich dazu, dass sie sich Mitte 2009 personell neu aufgestellt hat. Mit Wilhelm Haberzettl verabschiedete sich jener Mann, der die FSG durch die
schwerste Krise der österreichischen Gewerkschaftsbewegung angeführt hat. Den Vorsitz übernommen hat mitten in der Weltwirtschaftskrise Wolfgang Katzian. Monika Kemperle wurde als
Bundessekretärin bestätigt. Dem neuen Team mitgegeben wurde auch ein umfangreiches FSG-Programm.
International kein Durchbruch
Die ersten Wolken beginnen sich erst am wirtschaftlichen Himmel zu verziehen, aber schon melden sich die Verursacher der Krise mit ihren gescheiterten Heilslehren zurück. Das ist die
Ausgangssituation, vor der auch die Arbeit der FSG im Jahr 2010 steht. Es geht um nichts weniger als darum, wer die Zeche für das Desaster zahlt. International konnte noch kein Durchbruch beim
Kettenanlegen der Finanzhaie erzielt werden. In Österreich hat sich die ÖVP schon überraschend eindeutig positioniert: Die Ärmsten und die Arbeitslosen sowie die ArbeitnehmerInnen sollen
ordentlich blechen.
"Sozialschmarotzer" müssen aufgedeckt werden, damit die fetten Subventionen an die Vermögenden weiter fließen können. Es ist unsere Aufgabe als FSG hier kräftig dagegenzuhalten. 2010 stehen aber auch gleich vier richtungsweisende Wahlgänge auf der Tagesordnung. Die Wiederwahl von Heinz Fischer als Bundespräsident ist noch lange nicht die berühmte "g‘mahde Wiesn". In der Steiermark hat die SPÖ den "Umsturz" bei der vergangenen Landtagswahl zu verteidigen. Und im Burgenland wie auch in Wien wird in zwei traditionellen "roten" Hochburgen zu den Urnen gerufen - alles Herausforderungen für die sozialdemokratischen GewerkschafterInnen.
