Di

29

Dez

2009

Schneider: „BAGS-KV darf nicht mit Öffentlichen Dienst verglichen werden“

In den zähen Verhandlungen rund um die BAGS Kollektivvertragsverhandlungen für Gesundheits- und Sozialbereiche eine Anlehnung der Erhöhung an den öffentlichen Dienst zu fordern, ist laut dem Tiroler ÖGB Vorsitzenden Gerhard Schneider nicht zulässig: „Wenn man die Gehaltsunterschiede betrachtet, kann dieser Bereich nicht mit 0,9 Prozent abgespeist werden. Weibliche Beschäftigte in Heimen (BAGS-KV) verdienen knapp 500 Euro Brutto weniger als weibliche Krankenhausangestellte (Öffentlicher Dienst). Daher ist eine prozentual höherer KV gerechtfertigt, um den Einkommensunterschied zu minimieren.“

Die mehr als 5.000 Tiroler Beschäftigten verdienen sich laut Schneider eine deutlichere Steigerung des Kollektivvertrages als die vorgeschlagenen 0,9 Prozent. Der Abschluss des Öffentlichen Dienstes ist für die ArbeitnehmerInnen im privaten Gesundheits- und Sozialbereich nicht maßgeblich, der BAGS Kollektivvertrag ist grundsätzlich anders zu bewerten. „Ein zweites prägendes Beispiel ist der Gehaltsunterschied bei Standardbeschäftigten Frauen in der öffentlichen Verwaltung, Landesvertretung, Sozialversicherungen (Öffentlicher Dienst/1.869 Euro Brutto) im Vergleich zu den Gesundheits-, Veterinär- und Sozialwesen (1.638 Euro/Brutto) von 231 Euro. Noch drastischer wirkt sich der Vergleich dieser beiden Gruppen in Form eines Angestelltenverhältnisses aus. Hier verdienen öffentlich Bedienstete Frauen um 404 Euro mehr als jene, welche dem BAGS zugeordnet werden“, zeigt Schneider auf.

 

„Den öffentlichen Dienst als Richtschnur in den laufenden BAGS KV-Verhandlungen zu nehmen ist einzig und alleine eine Ausrede, um die wertvolle Arbeit der Beschäftigten mit geringen Löhnen abzuspeisen“, kritisiert Schneider. Die Kollektivvertragsverhandlungen für die mehr als 5.000 Tiroler Beschäftigten im privaten Gesundheits- und Sozialbereich wurden am 21. Dezember 2009 am späten Abend erneut ergebnislos unterbrochen. Die BetriebsrätInnen in allen Regionen haben einen Aktionstag für den 14. Jänner 2010 im öffentlichen Raum in Linz, Graz und Wien angekündigt, wo auf die schwierige Situation des Gesundheits- und Sozialbereiches hingewiesen wird. Tiroler werden am Aktionstag in Linz (voraussichtlich 14:00-16:00 Uhr) teilnehmen. Am 21. Jänner 2010 werden die Kollektivvertrags-Verhandlungen in fortgesetzt.

 

Das Angebot der kollektivvertraglichen Lohn- und Gehaltserhöhung von durchschnittlich 1,17 Prozent liegt deutlich unter vergleichbaren Kollektivvertragsabschlüssen für 2010. Für die IST-Erhöhung und alle Zulagen bieten die Arbeitgeber lediglich 0,9 % Erhöhung an,  ein unannehmbares Angebot für die BetriebsrätInnen und Gewerkschaften. Gleichzeitig fordern die Arbeitgeber weiterhin eine Jahresdurchrechnung und die Abschaffung der 50 %-Zuschläge für die 39. und 40. Stunde. Das "Arbeitgeber-Angebot" ist daher für die ArbeitnehmerInnen völlig inakzeptabel. Der Abschluss des Öffentlichen Dienstes ist für die ArbeitnehmerInnen im privaten Gesundheits- und Sozialbereich nicht maßgeblich, der BAGS Kollektivvertrag ist grundsätzlich anders zu bewerten.

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