Di
01
Dez
2009
Finanzielle Unabhängigkeit kann vor Gewalt schützen
Im Rahmen der frauenpolitischen Grundsatz- und Aufklärungsarbeit werden die Tiroler ÖGB Frauen auch weiterhin Tiroler Frauen und Mädchen informieren, dass finanzielle Unabhängigkeit eine der wichtigsten Voraussetzungen für ein selbstbestimmtes Leben, frei von Gewalt, ist. „Faire Löhne, Vermeidung von Working Poor, ein unabhängiges und eigenes Einkommen ist ein wesentlicher Grundstein dafür. Gewalt an Frauen ist unabhängig vom gesellschaftlichen Milieu“, so die Tiroler ÖGB Frauenvorsitzende Ulrike Ernstbrunner.
Die Erfahrung der Tiroler ÖGB Frauen zeigt, dass Frauen sehr oft aus Existenzangst in Gewaltbeziehungen bleiben und gemeinsam mit ihren Kindern auf Grund von finanzieller Abhängigkeit von einem gewalttätigen Partner großes Leid erdulden. In Tirol wird jede fünfte in einer Beziehung lebende Frau von ihrem Ehemann oder Lebensgefährten misshandelt.
Das zweite Gewaltschutzgesetz
Ein wichtiger Schritt in der Bekämpfung von Gewalt in der Familie und im sozialen Nahraum ist das Zweite Gewaltschutzgesetz, das im Juni 2009
in Kraft getreten ist. Damit gibt es eine Verlängerung der einstweiligen Verfügung von drei auf sechs Monate. Der Täter kann dadurch von der gemeinsamen Wohnung sechs Monate weggewiesen werden.
Damit wird Betroffenen eine größere Chance gegeben, aus der Gewaltbeziehung auszusteigen. Nun kann auch ein Wohnungs-Kontaktverbot gegen Personen ausgesprochen werden, die nicht nahe
Familienangehörige sind. Das gilt auch für Bereiche außerhalb des Wohnbereichs, wie zum Beispiel Arbeitsplatz, Schule der Kinder etc., wenn dort ein Zusammentreffen mit dem Opfer zu erwarten ist.
Das Betretungsverbot wurde von zehn auf 14 Tage verlängert", erläutert Ernstbrunner.
"Verstärkte Opferhilfe und bessere Gesetze sowie mehr Sensibilität sind nötig, um ein schärferes Bewusstsein dafür zu schaffen, dass Gewalt in der Familie ein Verbrechen ist. Dabei ist die ganze Tiroler Gesellschaft gefordert, hinzuschauen statt wegzuschauen. Jede Frau, die von ihrem Mann geprügelt wird, muss wissen, dass die Gesellschaft hinter ihr steht", so die Tiroler ÖGB Frauenvorsitzende abschließend.
