Do
19
Nov
2009
Unterschiedliche Bilder bei Betriebsversammlungen in Telfs
Am 10. November wurden in den beiden Betrieben Thöni Telfs und Liebherr Telfs Betriebsversammlungen hinsichtlich der bevorstehenden Kollektivvertragsverhandlungen in der Metallindustrie durchgeführt. „Bei Liebherr Telfs ist alles gesittet abgelaufen. Ein anderes Bild ergab sich bei der Firma Thöni. Dort wurden wir vorerst seitens der Personalführung systematisch davon abgehalten, vertrauliche Informationen an ArbeitnehmerInnen hinsichtlich unserer weiteren Vorgehensweise im Lohnstreit zu informieren. Laut Arbeitsverfassungsgesetz haben Betriebsräte und Arbeitnehmer das Recht ihre Betriebsversammlung unter Ausschluss der Geschäftsführungen abzuhalten. Erst nach Intervention zog sich die Personalführung zurück und beobachtete Beschäftigten aus der Ferne“, ist der Tiroler GMTN Landessekretär Robert Koschin erbost über das Vorgehen seitens der Firma Thöni.
Bei der Firma Thöni wird seitens der Geschäftsführung systematisch gegen die Arbeitgebervertretung und Betriebsrat vorgegangen. Die Betriebsversammlungen wurden durch Einschüchterung der Belegschaft an den Rand einer Absage getrieben. Nur rund 30 der rund 200 Beschäftigten trauten sich daran teilzunehmen und befürchten nun Konsequenzen seitens der Geschäftsführung. „Grund für das eigenartige Verhalten dürfte wohl die Angst vor Offenlegung des Umganges mit dem eigenen Personal sein. So wurden ArbeitnehmerInnen im angeblichen Vorzeigebetrieb ihr Dienstverhältnis mit Wiedereinstellungszusagen aufgelöst und anstatt diese bisher wieder einzustellen, acht Leiharbeiter engagiert. Kurzarbeit wurde apriori abgelehnt. Mir als Betriebsrat werden Dinge bewusst seitens der Geschäftführung vorenthalten, um den Einfluss der Belegschaft zu schwächen. In Betrieben und auch bei den laufenden Lohnverhandlungen werden Interessen der ArbeitnehmerInnen leider mit Füßen getreten“, so der Betriebsratsvorsitzende der Firma Thöni Peter Gritsch. Die Gewerkschaften werden bei Auftreten solcher Drucksituationen auf die Beteiligten mit allen rechtlichen Mitteln gegen die Betriebsführung vorgehen.
Der Betriebsversammlung bei der Firma Liebherr wohnten 350 ArbeitnehmerInnen teil. Momentan befinden sich 450 MitarbeiterInnen in Kurzarbeit. Diese läuft jetzt aus und wird aller Voraussicht nach verlängert. „Daher verzichten Beschäftigte verzichten in Firm von durch Kurzarbeit schon bis auf 10 Prozent ihres Entgelts und daher ist eine Sauerei, was momentan bei den laufenden KV-Verhandlungen abläuft. Jetzt den ArbeitnehmerInnen noch flexiblere Arbeitzeiten aufzubrummen und sie nur eins zu eins abzugelten, Überstundenzuschläge zu verschlechtern, darf und wird nicht passieren. ArbeitgeberInnen dürfen nicht vergessen, dass Beschäftigte der Metallindustrie einen großen Teil zum Erfolg in den vergangenen Jahren beigetragen haben und jetzt nicht für Fehler Anderer bezahlen dürfen“, so der Betriebsratsvorsitzende der Firma Liebherr Telfs Reinhold Winkler.
GPA-djp und GMTN VertreterInnen gehen am kommenden Freitag in die bereits vierte Runde hinsichtlich der Kollektivvertragsverhandlungen in der Metallindustrie. Üblicherweise kommt in dieser Branche schon nach zwei Verhandlungsrunden zum Abschluss. „Angesichts des Faschingsscherz-Angebotes von einem Lohnminus von 0,23 Prozent der Arbeitgeberseite, ist es nicht verwunderlich, dass die Beschäftigten erbost reagieren“, so Koschin abschließend.


