Do

19

Nov

2009

Schwierige Bedingungen bei Berufswahl für Tiroler ArbeiterInnenkinder

Laut einer AK-Studie werden Kinder von Nicht-AkademikerInnen bei der Berufswahl zu wenig unterstützt. „Das ist ein alarmierendes Signal. Seitens der Gewerkschaft fordern wir, dass jeder egal welcher Herkunft dieselben Vorraussetzungen hat, sich berufstechnisch orientieren zu können. Mit einer Bildungs- und Berufsorientierung als Pflichtfach könnte diese Barriere beseitigt werden“, so der Tiroler GPA-djp Jugendsekretär David Schumacher.

Kinder von AkademikerInnen entwickeln im familiären Umfeld eine realistische Vorstellung von ihrem späteren Berufsleben und haben auch bessere Möglichkeit über dementsprechende Praktika zu ihrem Wunschberuf zu kommen. ArbeiterInnenkinder lernen über Ferialjobs auf Baustellen oder im Handel die Arbeitswelt kennen, weil Eltern oft keine Kontakte zu anderen Bereichen haben. „Viele Jugendliche schlagen den beruflichen Weg des unmittelbaren Umfeldes ein. Um dies zu beeinflussen und einen umfassenden Überblick über das Berufsspektrum zu geben, würde ein verpflichtendes Schulfach zur Bildungs- und Berufsorientierung auch ArbeiterInnenkindern weiterhelfen sich in anderen Berufsgruppen zu etablieren“, so Schumacher. Die Hälfte der männlichen Lehrlinge entscheidet sich für 13 Lehrberufe und die Hälfte der Mädchen sogar nur für Drei.

 

Schlecht ausgebildete MitarbeiterInnen werden in Zeiten der Krise eher abgebaut, als höher qualifiziertes Personal. Der Beschäftigungsanstieg von drei Prozent (vgl. zweites Quartal 2009 zum ersten Quartal 2008) im Bereich der Uni- und Fachhochschulabsolventen belegt dies eindeutig. Ein Rückgang der Beschäftigung bei Personen die über einen Pflichtschulabschluss verfügen, von 4,9 Prozent und einem Rückgang von 2,6 Prozent bei mittleren Ausbildungen (Matura und allgemein bildende höhere Schulen) ist ein eindeutiges Zeichen, dass mit höherer Bildung Jobchancen steigen.

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