Do

19

Nov

2009

ÖGB Tirol: Schneider: „Plansee-Chef Schwarzkopf stellt seine eigene Kompetenz in Frage“

Der Tiroler ÖGB Vorsitzende Gerhard Schneider ist erbost über die ungerechten und falschen Aussage des Plansee-Chefs Schwarzkopf hinsichtlich der KV-Lohnerhöhungen gegenüber seinen MitarbeiterInnen. „Wenn er sagt, dass er durch KV-Erhöhung von 1,5 Prozent für seine ArbeitnehmerInnen der Kundschaft eins zu eins weiterverrechnen muss, stell er selbst damit seine bisher zumindest gezeigte wirtschaftliche Kompetenz mehr als in Frage. Er soll besser statt seinem Personal vorzurechnen was es ihm kostet dafür danken, dass Plansee durch den Fleiß dieses Personals zu dem geworden ist, was es jetzt ist“, so Schneider verärgert.

Plansee Chef Schwarzkopf behauptete nach Abschluss der Metallindustrie KV-Verhandlungen, dass er die Lohnerhöhung von 1,5 Prozent für seine rund 2.000 Beschäftigten eins zu eins an Kunden weitergeben muss. „Diese Rechnung ist so nicht richtig. In der Metallbranche machen die Personalkosten 15,2 Prozent der Betriebsleistung aus. Würde dies jetzt den Kunden weitergeben werden, so kommt man auf eine Preissteigerung von 0,25 und nicht auf 1,5 Prozent“, klärt der Betriebsratsvorsitzende der Firma Plansee Christof Scheiber auf.

 

„Das Vorgehen Schwarzkopfs ist unsozial und ungerecht seinen Beschäftigten gegenüber, von denen er in den vergangenen Jahren mehr als profitiert hat. Anders sind die hohen Gewinne am Standort Reutte nicht zu erklären. Zu glauben, die Gewinne wären durch die Maschinen allein zustande gekommen, ist ein gewaltiger Irrtum. Das waren immer noch die MitarbeiterInnen des Unternehmens“, so Schneider, der die 1,5 Prozent als mit Sicherheit vertretbare KV-Erhöhung angesichts der guten wirtschaftlichen Lage des Unternehmens Plansee sieht.

 

„Fairerweise muss man unserem Unternehmen lassen, dass sie in der Vergangenheit viel in den Standort Reutte investiert haben. Allerdings scheut man sich davor, selbes beim Thema Personal zu machen. Hier wird vermehrt eingespart, obwohl MitarbeiterInnen unseres Unternehmens mehr als flexibel agiert haben. So hat unsere Belegschaft durch Kurzarbeit Lohneinbussen in Kauf genommen und Urlaub abgebaut, um dem Unternehmen zu helfen. Mangelnde Flexibilität kann man uns ganz sicher nicht vorwerfen“, so Scheiber.

 

Auch der Tiroler ÖGB Vorsitzende sieht dies ähnlich: „Forderungen nach extremen Flexibilisierungsformen der Arbeitzeit sind unnötig wie ein Gropf. Auch die Begründung, Kurzarbeit hätte sich nicht rentiert können sich WirtschafterInnen sparen, insbesondere stattdessen Arbeitszeitflexibilisierung einzuführen, um einmal mehr Krisen auf Kosten von Arbeitnehmerinteressen zu bewältigen. In guten Zeiten haben Unternehmen satte Gewinne für sich behalten. Seit Beginn der Krise finden ständig Versuche statt auf Kosten und zu Lasten der Belegschaft zu sparen. Die Erhöhung als Vorleistung zur Arbeitszeitflexibilisierung zu sehen, kann ich überhaupt nicht nachvollziehen. Diese Vorleistung wurde seitens aller Tiroler Beschäftigten bereits in den vergangenen Jahren durch aufopferungsvollen Einsatz für den/die jeweiligen ArbeitgeberIn getätigt.“

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