Di
03
Nov
2009
Schneider: „Maßnahmen zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit müssen rasch umgesetzt werden“
Angesichts des weiteren Anstiegs der Arbeitslosigkeit in Tirol (+12,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr; 24.184 Arbeitslose; Arbeitslosenquote: 7,8 Prozent) sieht der ÖGB Tirol und sein Vorsitzender Gerhard Schneider dringend Handlungsbedarf: „Jetzt sind Bund und Land gefordert dringend Maßnahmen zu ergreifen. Wenn man nicht will, dass die Arbeitslosigkeit noch weiter ausufert, kommt man um ein drittes Arbeitmarktpaket und Unterstützungen der sozial Schwachen nicht herum. Dies muss rasch geschehen, sonst ist man wieder einmal zu späte dran.“
Der ÖGB Tirol fordert die Erhöhung von Arbeitslosengeld und Notstandshilfe, sowie Geld für den dringend benötigten Ausbau der Arbeitsplätze im Pflege-, Betreuungs- und Sozialbereich. Vergleicht man Österreich mit anderen europäischen Ländern, so rangiert man auf den hintersten Plätzen innerhalb der EU, wenn es um die finanzielle Absicherung bei Arbeitslosigkeit geht. „Auf einen der vordersten Ränge steht man jedoch, wenn es um Privilegien für Privatstiftungen und die Intransparenz des Finanzmarktes geht. Es wurde bisher großteils Konjunkturmaßnahmen zum Wohle der Unternehmen gesetzt.", kritisiert Schneider.
"Für Menschen, die durch die Krise den Job verloren haben, hat die Politik bisher sehr wenig getan. Stiftungsbesitzer und die Reichen des Landes mit ihren für die Allgemeinheit teuren Steuerprivilegien profitieren davon und ArbeitnehmerInnen zahlen für die Krise", ärgert sich Schneider und fügt hinzu: „In den Wintermonaten wird die Arbeitslosigkeit weiter ansteigen. Ich warne davor, dass wir 2010 in Tirol die höchste Arbeitslosigkeit seit 1953 erreichen werden, wenn nicht auch das Land weitere Maßnahmen setzt. Es ist höchste Zeit, aktive Armutsbekämpfung zu betreiben.“
Der ÖGB fordert dringend den Ausbau von Jobs in Zukunftsbereichen und die Entlastung der Tiroler ArbeitnehmerInnen. „Von der Pflege und Betreuung Älterer bis zur Kinderbetreuung, überall fehlen Arbeitskräfte. Hier muss die öffentliche Hand mehr investieren und auch für eine bessere Entlohnung sorgen, sonst sind jene, die heute ausgebildet werden, schon morgen wieder weg. In Tirol sind die Kosten für Wohnen und Pendeln verhältnismäßig hoch. Um die Tiroler Kaufkraft zu stärken und das Abrutschen der Menschen in die Armut zu vermeiden, muss auch die Tiroler Landespolitik handeln und darf sich nicht zurücklehnen und auf die Entscheidungen des Bundes warten“, so Schneider.
„Das Arbeitslosengeld beträgt derzeit in Österreich nur 55 Prozent des vorhergehenden Nettoeinkommens, im EU-Schnitt sind es 64 Prozent. Das Arbeitslosengeld muss auf EU-Niveau angehoben werden, in einem ersten Schritt muss eine Erhöhung auf 60 Prozent erfolgen", verlangt Schneider abschließend.



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