Mo

02

Nov

2009

Schneider: „All-In-Verträge endlich abschaffen“

Der ÖGB Tirol fordert den Tiroler Tourismus auf, in Zukunft mehr auf die Interessen der Tiroler Tourismusbeschäftigten einzugehen. „Wir fordern ein faires und angepasstes Einkommen, um working-poor zu vermeiden und die Abschaffung von All-Inklusive-Verträgen im Tourismus“, so der Tiroler ÖGB Vorsitzende Gerhard Schneider.

Tirol gilt als anerkanntes Tourismusgebiet. Mehr als 32.000 im Jahresdurchschnitt im Tourismus beschäftigte Tiroler ArbeitnehmerInnen müssen laut Gewerkschaft Gehör bei der Arbeitnehmerseite finden. "Leider waren die ArbeitnehmerInnen dem Herrn Bundesminister in seiner Rede am vergangenen Freitag neben seinen Ausführungen zu Werbung, Infrastruktur und finanzieller Hilfe für die Unternehmen nur eine Erwähnung am Rande wert. Um gemeinsam in ein neues Tourismusjahrzehnt zu gehen muss auch ein Beitrag für Beschäftigten der Tourismuswirtschaft geleistet werden. Denn motivierten ArbeitnehmerInnen sind der Schlüssel zum Erfolg", so Schneider.

 

Der Tourismus ist von der Lohn- und Gehaltsstruktur im unteren Drittel der Einkommen angesiedelt. Die Lage der Tourismusbeschäftigten zeichnet sich durch schlechte Löhne, familienfeindliche Arbeitszeiten und den kaum vorhandenen Aufstiegsmöglichkeiten aus. „Damit kommen viele Beschäftigte mehr schlecht als recht über die Runden. Viele kehren schon nach kurzer Zeit dem Tourismus den Rücken und wechseln in andere Berufe. Wir brauchen im Tourismus Arbeitsverhältnisse, von denen die Beschäftigten leben können“, so Schneider.

 

„Wir kritisieren speziell die All-Inklusive-Klauseln in den Arbeitsverträgen. Diese zwingen die Beschäftigten, bis zu 10 Stunden pro Tag zu arbeiten, ohne dafür einen zustehenden Ausgleich zu bekommen. Seitens des ÖGB Tirol fordern wir daher die Abschaffung von All-Inklusive-Verträgen im Tourismus und ein faires Einkommen“, sagt Schneider anschließend.

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