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28

Okt

2009

Internatskosten werden zum Kostenproblem

Tiroler Jugendliche und insbesondere Lehrlinge müssen immer häufiger die Kosten für Internate selber bezahlen. Dabei sind die Internatskosten oft höher als die Lehrlingsentschädigung. „Wir fordern daher kostenlose Internatsbesuche für alle Tiroler Lehrlinge“, so der Tiroler ÖGB Landesjugendsekretär Philip Wohlgemuth.

Nur rund zehn Prozent aller Lehrlinge haben einen Kollektivvertrag der festlegt, dass die Internats- beziehungsweise die Fahrtkosten vom Ausbildungsbetrieb übernommen werden. „Einige Tiroler Betriebe erhalten hohe Förderungen für ihre Lehrlinge. Trotz der Zuschüsse finden sie es nicht der Mühe wert, ihren Lehrlingen zumindest die Kosten für das Internat zu ersetzen“, kritisiert Wohlgemuth.

 

Ein Friseur- oder Kosmetiklehrling, der/die die Fachberufsschule für Schönheitsberufe besucht, muss beispielsweise für das Berufsschulinternat in Innsbruck für 9 Wochen über 700 Euro bezahlen. Im Gegensatz dazu verdient ein Friseurlehrling im 1. Lehrjahr monatlich ca. 306 Euro. Die Unterkunft und Verpflegung in der Fachberufsschule für Tourismus betragen mehr als 550 Euro für acht Wochen, bei einem monatlichen Verdienst des Lehrlings im 1. Lehrjahr von 456 Euro. „Rechnet man zu diesen Ausgaben noch die Fahrtkosten vom Wohnort zur Berufsschule hinzu, so kann man sich ausmalen, wie viel unterm Strich noch übrig bleibt“, zeigt Wohlgemuth auf.

 

Die Politik ist daher trotz der Krise gefordert, die Kosten für das Internat und die Fahrtspesen zu übernehmen. Die anfallenden Internats- und Reisekosten fressen das gesamte Einkommen auf. „Man darf Lehrlinge doch nicht dafür bestrafen, dass am Wohnort keine Berufsschule vorhanden ist und sie deswegen am Berufsschulinternat übernachten müssen. Der ÖGB Tirol fordert daher eine gerechte Regelung. Diese muss beinhalten, dass Chefs dafür Sorge tragen müssen, dass die Lehrlinge im Zuge ihrer Fortbildung keine Kosten zu tragen haben. Getreu dem Motto „Von Arbeit muss man leben können“ informiert der ÖGB auf www.abgezockt.oegj.at“, so Wohlgemuth abschließend.

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