Mi

07

Okt

2009

TirolerInnen verlieren bei Nulllohnrunden mehrere Tausende Euro

Der ÖGB Tirol hat errechnet, dass ArbeitnehmerInnen bei einem Bruttoeinkommen von 2.030 Euro pro Monat durch nur eine Nulllohnrunde in den darauf folgenden zehn Jahren schon 5.545 Euro verlieren würden. „Einmal auf zwei Prozent zu verzichten klingt im ersten Moment nicht so tragisch, wirkt sich jedoch in den Folgejahren verheerend auf die finanziellen Haushalte aller Tiroler aus. Aus diesem Grund startet der ÖGB Tirol seine Kampagne gegen die seitens der Wirtschaft geplanten Nulllohnrunden. Jeder kann unter www.nulllohnrunde.at den drohenden Verlust selbst berechnen“, so der Tiroler ÖGB Landessekretär Peter Hofer.

Der ÖGB bekommt auch Unterstützung seitens der Gewerkschaften. „Die Gewerkschaft Metall, Textil, Nahrung steht für eine Nulllohnrunde nicht zur Verfügung. Wir werden uns mit allen Mitteln dagegen wehren. Der Konsum ist die letzte verbliebene Stütze der Konjunktur. Nachhaltige Lohnerhöhungen sind daher gerade jetzt nötig. Lohnverzicht und Nulllohnrunden sichern keine Arbeitsplätze, sie führen nur zu langfristigen Einbußen für die Arbeitnehmerinnnen und Arbeitnehmer“, sagt der neue GMTN Landessekretär Robert Koschin.

 

Auch in schwierigen Zeiten erwarten die Gewerkschaften und der ÖGB Tirol faire Lohn- und Gehaltserhöhungen. Für die Handelsangestellten, die ArbeiterInnen und Angestellten in der Metallindustrie und für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst stehen aktuell und in den kommenden Wochen Verhandlungen über ihre Löhne und Gehälter an. „Jetzt ist es enorm wichtiger, ein Zeichen zu setzen und faire Lohn- und Gehaltsabschlüsse zu erreichen“, ruft Hofer auf.

 

„In den vergangenen Wochen wurden seitens der UnternehmerInnen angesichts der Krise bereits Rufe nach Nulllohnrunden laut. Das wäre jedoch nicht nur ungerecht, sondern auch volkswirtschaftlich unsinnig. Weniger Geld in den Geldtaschen der Menschen heißt weniger Kaufkraft, heißt weniger Geschäft. Das führt zu einer Abwärtsspirale, die auch der Wirtschaft schadet“, warnt Koschin.

Um wie viel die Löhne und Gehälter steigen, können die ArbeitnehmerInnen auch selbst beeinflussen. „Je mehr Mitglieder die Gewerkschaften haben, umso besser können sie verhandeln. Jede oder jeder Einzelne hat es also auch in der Hand, um wie viel das persönliche Einkommen steigt. Das klingt zwar wie eine Binsenweisheit, stimmt aber immer noch“, sagt Hofer.

 

Die Gewerkschaften verhandeln das ganze Jahr in den verschiedenen Branchen über Lohn- und Gehaltserhöhungen. Dass die Einkommen steigen, ist in keinem Gesetz geregelt. In praktisch jeder Branche vereinbaren Gewerkschaften und Arbeitgeber jedes Jahr aufs Neue, um wie viel Prozent die Einkommen steigen, und welche Rahmenbedingungen darüber hinaus verbessert werden. Dass Löhne und Gehälter ohnehin jedes Jahr automatisch steigen, ist ein weit verbreiteter Irrtum. „Es hat nie eine gesetzliche Lohnerhöhung gegeben und es wird auch nie eine geben“, klärt Hofer abschließend auf.

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